Analyse: "Die FDP ist ein Untoter in der Parteienlandschaft"

Analyse
Steinbrücks Glück ist Merkels Albtraum

"Die FDP ist ein Untoter in der Parteienlandschaft"

Und auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sprach von einer „Wählerwanderungsbewegung“: „Es ist erkennbar bei diesen Wahlen, dass das Stimmensplitting ein wichtige Rolle gespielt hat, dass hier Wählerinnen und Wähler die FDP gewählt haben, damit die christlich- liberale Koalition ihre Arbeit ... fortsetzen kann.“ Laut ARD hat es bei dieser Landtagswahl ein Stimmensplitting in bislang einmaligem Ausmaß gegeben: 80 Prozent der Wähler, die ihre Zweitstimme der FDP gaben, votierten mit der Erststimme für die CDU. Insgesamt wanderten 101.000 Wähler von der CDU zur FDP.

Die Analyse ist kein gutes Omen für Merkel, aber noch weniger für die FDP. Die Liberalen seien „nur noch ein Schatten ihrer selbst“, sagte der Grünen-Politiker Beck mit Blick auf den hohen Anteil an Leihstimmenwählern. „Die FDP ist damit ein Untoter in der Parteienlandschaft.“ Sie könne gegen die Union keine Inhalte mehr durchsetzen. „Sie hängt ja von ihr völlig ab“, so Beck.

Widerspruch kommt von der FDP, die den Schwarzen Peter den Demoskopen und ihren ungenauen Voraussagen zuschiebt. „Umfragen sind offensichtlich nur noch Momentaufnahmen. Immer mehr Wählerinnen und Wähler entscheiden sich erst kurz vor der Wahl“, sagte FDP-Fraktionsvize Volker Wissing Handelsblatt Online. „Die entscheidenden Umfragen sind immer die Wahlen selbst.“ Demoskopen könnten letztlich nur Trends voraussagen. „Und dass es mit der FDP wieder bergauf geht, haben sie ja erkannt“, fügte Wissing hinzu.
Das Ergebnis der FDP in Niedersachsen wertet Wissing als „hervorragendes Signal für das Wahljahr 2013“. Die Liberalen seien nach Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein jetzt zum dritten Mal mit schlechten Umfragen im Wahlkampf gestartet und hätten am Ende ein „tolles“ Wahlergebnis feiern können. „Dass die FDP in Niedersachsen fast 10 Prozent geholt hat, zeigt auch, dass wir alle Chancen haben, im Herbst die erfolgreiche Koalition im Bund fortzusetzen.“

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