Analyse: Rösler bietet Rücktritt an, Brüderle soll übernehmen

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Rösler bietet Rücktritt an, Brüderle soll übernehmen

Das werde bei SPD und Grünen nicht anders gewesen sein. Entscheidend sei nun aber, „dass die FDP ihr inhaltliches Profil schärft und sich nicht in sinnlose Personaldebatten erschöpft“, betonte Schäffler. „Das ist die beste Garantie dafür, dass die FDP sich bei der Bundestagswahl nicht auf einen Koalitionswahlkampf verlassen muss. Davon kann ich nur abraten.“

Eine noch bessere Garantie für einen Wiederaufstieg der FDP aus eigener Kraft präsentierte Parteichef Philipp Rösler. Am Montag bot er überraschend seinen Rücktritt als FDP-Vorsitzender an. Zugleich schlug er im Präsidium vor, Fraktionschef Rainer Brüderle könne den Vorsitz übernehmen, falls er das wünsche. „Ich bin bereit, zur Seite zu treten, wenn Rainer Brüderle auch Bundesvorsitzender werden will“, sagte Rösler dem Vernehmen nach. Brüderle soll auch Spitzenkandidat im Wahlkampf werden.

Der Rösler-Vorstoß könnte sich als kluger Schachzug erweisen. Damit könnte die Liberalen der SPD und Grünen das Leben schwer machen– nach dem Motto „Totgesagte leben länger“. Und für Merkel käme das nicht ungelegen. Denn der Fall Niedersachsen dürfte eine Warnung für sie sein. Zwar hat ihre CDU eine Zweitstimmenkampagne für den taumelnden Koalitionspartner FDP abgelehnt.

Doch in in Wahrheit verlief der Wahlkampf so, dass den Wählern mantra-mäßig vorgetragen wurde, dass sie die Liberalen schon über 5 Prozent bringen müssten, wenn sie den CDU-Ministerpräsidenten McAllister behalten und Rot-Grün verhindern wollten. Nun haben aber wohl weit mehr CDU- Anhänger die FDP gewählt, als Merkel lieb ist. Das wird sich nun mit Sicherheit nicht wiederholen. Muss es wohl auch nicht – mit einer FDP ohne Rösler.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
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