Analyse
Wahlforscher: Saarland-Wahl lässt keine Rückschlüsse zu

Peter Müller war der Garant für das gute Wahlergebnis der CDU bei der Saarland-Wahl. Der Ministerpräsident genießt ein hohes Ansehen. In ihrer am Montag veröffentlichten Analyse führt die Forschungsgruppe Wahlen die Verluste der SPD auf die Unzufriedenheit mit der SPD im Bund und ein schlechtes Image der Landespartei zurück.

HB MANNHEIM/BERLIN. Das Ergebnis der Saarlandwahl sei aber ungeeignet, Rückschlüsse auf die Stimmung im Bund oder auf kommende Wahlen zu ziehen. Dafür seien das Saarland zu klein und seine Sozialstruktur zu untypisch. Zudem war die Wahl stark durch Personen und Themen im Land geprägt. Den Saarländern ging es hauptsächlich darum, Peter Müller einen klaren Regierungsauftrag für weitere fünf Jahre zu erteilen.

Den Grünen kam bei ihrem Wiedereinzug in den Landtag (5,6 %) einmal mehr die Schwäche der SPD zugute. Die NPD profitierte vom Protest gegen Hartz IV und erreichte aus dem Stand 4,0 %.

Die niedrigste jemals in einem westdeutschen Bundesland gemessene Wahlbeteiligung (55,5 %) liegt laut Forschungsgruppe daran, dass weder SPD noch CDU ihre Klientel in großer Zahl an die Urnen bringen konnten. Aber auch die weit verbreitete Erwartung eines CDU- Sieges trug nicht zu einer hohen Mobilisierung der CDU-Anhänger bei. 68 % aller Befragten rechneten mit einer absoluten Mehrheit.

Die stärksten Verluste hat die SPD in ihren klassischen Kerngruppen. Bei den Arbeitern verliert sie 18 %punkte und liegt mit 38 % nur noch knapp vor der CDU (37 %). Bei den Gewerkschaftsmitgliedern bleiben die Sozialdemokraten trotz Einbußen von 16 Punkten mit 43 % stärkste Partei.

Bei den Arbeitslosen kommt die SPD mit 26 % nur noch auf die Hälfte ihres Ergebnisses von 1999. Auch die CDU bleibt hier mit 35 % deutlich hinter ihrem Gesamtresultat zurück. Dagegen erreicht die NPD bei den Arbeitslosen 12 %.

Bei den unter 30-Jährigen erzielen sowohl Grüne (12 %) als auch FDP (8 %) ihre besten Ergebnisse und größten Zugewinne (Grüne: plus 7; FDP: plus 5). Die CDU muss bei den jungen Wählern Verluste hinnehmen (minus 8) und kommt hier nur auf 37 %.

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