Analyse zur Flüchtlingsdebatte Herzlich willkommen, liebe Zuwanderer!

Die gesetzliche Rentenversicherung profitiert stark von der Zuwanderung. Denn während der Anteil der Deutschen an der Finanzierung schrumpft, wächst der Ausländeranteil. Die Bundesrepublik muss attraktiv für sie bleiben.
72 Kommentare
Daten belegen, dass seit 2008 die Zahl der aktiven Versicherten deutscher Nationalität in der Rentenversicherung kaum noch gewachsen ist. Dagegen wuchs die Zahl der aktiv Versicherten Ausländer bis Ende 2013 um eine Million. Quelle: dpa
Deutschland braucht Zuwanderer

Daten belegen, dass seit 2008 die Zahl der aktiven Versicherten deutscher Nationalität in der Rentenversicherung kaum noch gewachsen ist. Dagegen wuchs die Zahl der aktiv Versicherten Ausländer bis Ende 2013 um eine Million.

(Foto: dpa)

BerlinSo rein abstrakt und theoretisch ist den meisten schon seit langem klar, dass in der alternden deutschen Gesellschaft Zuwanderung immer wichtiger werden wird, wenn wir unseren Wohlstand sichern und unsere sozialen Sicherungssysteme zumindest halbwegs stabil und leistungsfähig halten wollen. Nun hat die deutsche Rentenversicherung Zahlen vorgelegt und auf einmal erscheinen derlei Überlegungen gar nicht mehr so abstrakt und zukunftsgerichtet, wie sie in den Demografie-Debatten erscheinen.

Wir stecken offenbar bereits mitten drin in dem Wandel, von dem wir glauben, dass er uns erst noch bevor steht. Denn die Daten belegen, dass seit 2008 die Zahl der aktiven Versicherten deutscher Nationalität in der Rentenversicherung gerade mal um 80.000, also kaum noch gewachsen ist. Dagegen wuchs die Zahl der aktiv Versicherten Ausländer bis Ende 2013 um eine Million.

Die aktuell gute Finanzlage der Rentenversicherung, so lautet die Botschaft dieser Zahlen, hängt zu einem wachsenden Anteil damit zusammen, dass immer mehr Menschen vor allem aus anderen EU-Ländern sich entschließen, in Deutschland ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zwar profitieren immer noch vor allem Deutsche von der hohen Dynamik auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren. Das bedeutet nicht, dass nun die Finanzierung der Sozialkassen von Ausländern übernommen wird. So wuchs laut Rentenversicherung die Zahl der pflichtversicherten Beschäftigten mit deutschem Pass zwischen 2008 und 2013 noch um 1,7 Millionen, die der Beschäftigten mit ausländischem Pass nur um 800.000. Aber die 800.000 bedeuten ein Plus von einem Drittel.

Das aber bedeutet, der Ausländeranteil an der Finanzierung der Rentenversicherung wächst, während der Finanzierungsanteil der Deutschen schrumpft. Bezogen auf alle aktiv Versicherten sank er seit 2008 bis 2013 von 90,3 auf 88,2 Prozent. Die Daten bieten also einen Ausblick auf die Zukunft, die uns erwartet, wenn eine Voraussetzung erfüllt ist: Wir müssen dafür sorgen, dass in den kommenden Jahrzehnten Menschen, die dazu bereit und von ihrer Qualifikation her auch in der Lage sind sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, dazu auch eine Chance erhalten.

Bislang hatten diese Chance vor allem Menschen aus Mittel- und Osteuropa. Den größten Anstieg bei den Neuversicherten in der Rentenversicherung gab es nämlich aus den Ländern dieser Region, die seit 2004 der EU beigetreten sind und seit 2011 volle Freizügigkeit auch in Deutschland genießen. Die Zahl der Neuversicherten aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn hat sich zwischen 2008 und 2012 mehr als verdreifacht.

Die Zahl der erstmaligen Beitragszahler aus den 2007 beigetretenen Ländern Bulgarien und Rumänien hat sich um das 2,5-fache erhöht. Dabei führen die Polen die Liste an. Sie stellen inzwischen nach den Türken die zweitgrößte ausländische Nationalitätengruppe. Die größten Zuwächse gab es bei Neuversicherten aus Ungarn, Lettland und der Slowakei.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Es fehlt das rechtliche Scharnier
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Analyse zur Flüchtlingsdebatte - Herzlich willkommen, liebe Zuwanderer!

72 Kommentare zu "Analyse zur Flüchtlingsdebatte: Herzlich willkommen, liebe Zuwanderer!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Nachzugsgesetz ist ne Katatstrophe.

  • Sage ich seit Jahren. Wer die künftigen Zustände in unseren Städte sehen will, muss heute in die USA schauen. Dort ist man uns 10 Jahr voraus.

  • Wahrscheinlich sind sie besser ALS die Deutschen (aus-)gebildet.

  • Irgendjemand muss doch in die Rentenkasse einzahlen, damit die Rentner Deutschlands ihr Salär bis zum 90. oder 100. erhalten.

    Wie sagte der Vorstand aus Berlin vom DIW ein Herr Prof. Ph.D. sinngemäß, die meisten die nach Deutschland kommen, sind besser ausgebildet wie die Deutschen.
    Ich vermute damit hat er die bereits eingewanderten gemeint, die einen Migrationshintergrund haben. Genauer hat er sich dazu nicht geäußert.

  • Pfffff, was haben wir gelacht...

    Herr Peter Thelen, bei wem bitte wollen Sie mit Ihrer suggestive Hirnvernebelungs-Überschrift eigentlich landen? Sie sind im HANDELSBLATT, nicht in der "Wir haben nur Blödis als Leser denen alles eintrichtern können"-Bild.

    Sie argumentieren frei nach Pippi Langstrumpf: "Ich träum mir die Welt, wie sie mir gefällt". Man KANN das schon so sehen - muss dann aber leider sämtliche anderen, leider realitätsgegebene Umstände grandios ausblenden und verleugnen.

    Danke für diesen Opium-Bericht, der mich doch prombt einverstanden erklären lässt damit, kritiklos diese ganze bisherige und dann natürlich weitergehende Schwemme von außen gut zu heißen... Bringt wie gehört nur Vorteile. Danke, Danke, Danke.


  • @Martin Zuehlke
    Soso...ein Flüchtling bringt also aus seiner Heimat den gleichen Wissens- und Ausbidlungsstand mit, wie ein Bürger, der in Deutschland geboren ist, 8 bis 10 Jahre in die Schule gegangen ist, danach eine 2-3 järige Berufsausbildung abgeschlossen hat und jetzt mit seiner selbstbezahlten Weiterbildung zum Meister oder Betriebswirt dazu beiträgt, dass in Deutschland das Wissens- und Fachpersonalpotential hoch gehalten wird.
    Die wenigsten Flüchtlinge sind dazu in der Lage oder bereit, sich unserern Werte-Bildungssystem zu unterwerfen. Sie werden versuchen ihr Leben auf Kosten des Staates weiterleben zu können. Und das haben Sie in und mit dem grün-sozialistischen Gutmenschen Deutschland ein leichtes Spiel.

  • Schon die Überschrift ist falsch, ein Weiterlesen nicht notwendig!
    "Herzlich willkommen"?
    NEIN !!!

  • Wir werden wieder für doof gehalten,

    Von wegen, die Zuwanderer tun was für die Rentenkasse.

    Schon durch die Wiedervereinigung, bekommen viele alte Menschen Rente und haben nie etwas in unser Rentensystem einbezahlt. Viele ältere Türken haben nie oder kaum was in die Rentenkasse einbezahlt, bekommen aber auch Rente.
    Und mit der Qualität der neuen Zuwanderer wird das Rentensystem implodieren.
    Wenn alles so rosig wäre, wie hier wieder uns weiß gemacht wird, müsste es höhere Rentenerhöhungen als 1,3 % geben und die Renten müssten bei Renteneintritt deutlich höher sein als jetzt.
    Genau das Gegenteil wird passieren, das Renteneintrittsalter wird auf 68 Jahre angehoben und die Renten werden bei erreichen des Renteneintrittsalter, immer kleiner und weniger werden.

    Die Menschen die derzeit zu uns kommen, kosten uns weit mehr als sie jemals leisten werden.

    Nur die ganz Dummen glauben diesen Schwachsinn.
    Ganz abgesehen davon, das zusätzlich die Sozialausgaben, die Kriminalität steigt.
    Außerdem will ich kein Deutschland, wo man sich nicht mehr wohl fühlt.
    Die USA sind der beste Beweis, wenn wir das wollen, dann weiter so. Deutschland ist nicht mehr das, was es einmal war. Mir graust es schon in eine Stadt zu gehen, man kommt sich vor als wäre man im Ausland.
    Arme junge Bevölkerung, ihr werdet für die Fehler unserer Politiker in jeder Hinsicht büßen müssen.

  • @Martin Zuehlke:
    Das was sie da schreiben ist nicht wahr.
    Sie sollten sich mal Wissen zur Wahrscheinlichkeit reinziehen.
    Ein Zuwanderer in Kanada bringt genau das mit was Kanada erwartet.
    Ein Asylant in D bringt genau das mit was mitbringen kann - es KANN sein, das dies D auch erwartet.
    Ist der Unterschied klar?

  • @Herr Falk,
    zu dem Artikel im compact-Magazin: Mein Reden, schon seit langem. Ich glaube nicht das wir das Problem dadurch lösen. dass unsere Journalisten und Politiker die Situation schön redet. Da werden noch ganz unangenehme Dinge auf uns zukommen.
    Die Türkei und der IS brauchen doch nur noch ein paar größere Schiffe zu ordern. Der IS, und andere Halunken treiben die Flüchtlinge der Türkei und Libyen zu, und die befördert sie nach politischer Wetterlage.
    Das ist kein Schmarren was ich schreibe. Die Türkei unter Erdorgan hat das schon oft so bewiesen. Auch mit unseliger deutscher Beteiligung, die gegen Israel zogen.
    Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, das Politiker in der ersten Reihe das nicht wissen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%