Andere Standards
Weg für neue Erwerbslosenstatistik frei

Das Kabinett hat die Einführung einer neuen Erwerbslosenstatistik beschlossen, die voraussichtlich weitaus weniger Arbeitslose ausweisen wird als die derzeitige Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

HB BERLIN. Die neue Statistik solle auf Grundlage einer monatlichen Telefonumfrage ab Herbst vom Statistischen Bundesamt ermittelt werden, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung mit. Die neue Statistik soll das bisherige Zahlenwerk nicht ersetzen, sondern parallel erhoben werden. Sie folgt anders als die BA-Statistik Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dort wird Arbeitslosigkeit anders definiert wird als in der BA-Statistik.

Im Ergebnis dürfte die Erwerbslosenzahl nach ILO-Standard nach Schätzungen um 500 000 bis 600 000 geringer ausfallen als die Arbeitslosenzahl der BA. Grund dafür ist, dass ein Teil der amtlich registrierten Arbeitslosen nach den ILO-Standards nicht als arbeitssuchend gilt. Während bei den Arbeitsagenturen registrierte Arbeitslose bis zu 15 Wochenstunden arbeiten dürfen, gelten sie nach ILO-Standard bereits ab einer Wochenstunde Arbeit als erwerbstätig. Erwerbslose nach ILO-Standard müssen zudem in den zurückliegenden vier Wochen aktiv nach einer Beschäftigung gesucht haben und für den Arbeitsmarkt sofort verfügbar sein.

Das Ministerium begründete die Neuregelung, die noch der Zustimmung des Bundesrates bedarf, mit der Anpassung an international vergleichbare Standards. Nach den Angaben des Ministeriums soll die Erhebung mittels Telefoninterview bei bis zu 35 000 Haushalten erfolgen.

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