Angebliche Fotos aufgetaucht
Verteidigungsministerium glaubt Foltervorwürfe nicht

Das Verteidigungsministerium hat Gerüchte über Fotos von angeblichen Folterszenen mit deutschen Soldaten im Kosovo als haltlos bezeichnet.

HB BERLIN. Dennoch lässt Minister Peter Struck (SPD) Hinweise auf angebliche Gewalt-Vorfälle bei der Bewachung eines Gefängnisses zu Beginn des Kosovo-Einsatzes 1999 prüfen. Der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) zufolge kursieren in Kreisen der KFOR-Truppe Fotos, die angebliche Folterszenen deutscher Soldaten im Kosovo zeigen.

Der stellvertretende Generalinspekteur Hans-Heinrich Dieter sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin, die Bundeswehr bilde ihre Soldaten auf der Grundlage von Grundgesetz und Menschenwürde aus. Strucks Versicherung, dass deutsche Soldaten niemanden foltern, sei richtig. Im Ausland habe die Bundeswehr Erfolg, weil ihre Soldaten gut ausgebildet und vorbereitet seien. „Sie kommen nicht als Besatzer, sondern als Gäste.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstag) berichtet, das Ministerium sei über die angeblichen Fotos am Dienstag durch einen Stabsunteroffizier der Reserve informiert worden, der 1999 als Mitglied eines Fallschirmjägerbataillon in Prizren war. Er habe behauptet, er besitze Fotos, die Soldaten bei der Folterung von Gefangenen zeigten. Nach dem Attentat im Juli 2003 auf die Bundeswehr in Kabul habe der Ex-Soldat ein Schutzkonzept für Feldlager vorlegen wollen, sei aber vom damaligen Heeresinspekteur abgewiesen worden. Als er daraufhin gedroht habe: „Muss ich denn erst Amok laufen, damit etwas passiert?“, sei der Militärische Abschirmdienst eingeschaltet und dem Mann Hausverbot erteilt worden.

Laut der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag) sind die Fotos nicht mehr vorhanden. Der ehemalige Soldat soll die Fotos - es soll sich um zwei gehandelt haben - versehentlich von der Festplatte seines Computers gelöscht haben, berichtet das Blatt unter Berufung auf die Bundeswehr-Führung. Zuvor habe er in einem Gespräch mit Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums erklärt, er selbst halte die Bilder für Fälschungen.

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