Angebliche Insolvenzverschleppung
Ermittlungen gegen sächsische AfD-Chefin Petry

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Frauke Petry. Die sächsische AfD-Chefin hat möglicherweise die Insolvenz ihrer Firma zu spät angemeldet. Die Vorwürfe kommen für Petry äußerst ungelegen.
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LeipzigIm Zusammenhang mit der Firmeninsolvenz der sächsischen AfD-Chefin Frauke Petry ermittelt die Staatsanwaltschaft. „Es geht um eine mögliche verspätete Anmeldung der Insolvenz der Firma Purinvent“, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Lutz Lehmann, am Freitag. Er bestätigte damit entsprechende Berichte der „Bild“-Zeitung und der „Leipziger Volkszeitung“. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Petry wies die Anschuldigungen zurück: „Der Vorwurf ist völlig ungerechtfertigt. Ich sehe den Ermittlungen gelassen entgegen“, sagte die Landesvorsitzende der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen. Auch der Insolvenzverwalter habe keine verspätete Anmeldung erkennen können.

Die Vorwürfe kommen für Petry, deren AfD bei der Landtagswahl am Sonntag erstmals in ein deutsches Landesparlament einziehen will, äußerst ungelegen. Die 39-Jährige vermutet politische Motive. „Seit Monaten gibt es das Gerücht, dass so eine Anzeige kurz vor der Wahl kommen soll.“ Petry hatte für ihre Leipziger Firma Ende vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen. Seit wenigen Wochen befindet sie sich im Privatinsolvenzverfahren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Allzu offensichtlich
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    Bei den Ermittlungen von Edhatys Kindersex-Skandal hatte man bis nach der Bundestagswahl gewartet.
    Auch andere Skandale wurden gezielt verzögert.
    Wenn es aber um den "Staatsfeind No. one", die AfD geht, werden sogenannte Skandale frühzeitig veröffentlicht. Auch wenn sie sich im Nachhinein als haltlos erweisen.

  • Solche Vorgänge sind in autoritären Regimes ja leider üblich. Da werden kurz vor Wahlen Oppositionelle durch öffentliche Bekanntgabe irgendwelcher Ermittlungen, durch kurzzeitige Verhaftung oder andere Dinge meist unter dem Vorwand vermeintlicher Wirtschaftsdelikte diffamiert. Nach der Wahl löst sich dann alles in Luft auf. Und leider funktioniert das in aller Regel, weil die Masse der Menschen nicht denken kann. Es würde nicht funktionieren, wenn rechtsstaatliches Denken und Freiheitsliebe in Deutschland verbreiteter wären.

  • Ist schon wirklich komisch das dies so kurz vor der Wahl veröffentlicht wird. Wenn da mal kein System dahintersteckt!
    Schlimm finde ich aber vor allem die Häme aus dem linken Lager in Richtung Petry. Klar wenn man nach seiner Studienzeit sofort in die Politik geht und dort Karriere macht, kann man natürlich in der freien Wirtschaft nicht scheitern. Das kann dann natürlich vielen Berufspolitikern nicht passieren!

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