Angebliche US-Professur
„Bild“ wehrt sich gegen Fischers Schelte

„Joschka Fischer wandert“ aus hatte „Bild“ am Mittwoch geschlagzeilt und den Ex-Außenminister damit verärgert. Der kündigte an, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Nun geht „Bild“ in die Offensive: Selber schuld, heißt es aus Hamburg an die Adresse Fischers, schließlich habe er eine Stellungnahme abgelehnt.

HB HAMBURG. „Bild“-Herausgeber und Chefredaktuer Kai Diekmann schrieb Fischer am Donnerstag einen Brief, der in die Hände der Nachrichtenagentur Reuters gelangte. In dem Schreiben heißt es, die „Bild“-Zeitung habe nach einer Vorabmeldung des „stern“ über Pläne des Grünen-Politikers, in die USA zu wechseln, Fischers Büro um eine Stellungnahme gebeten. Dass Fischer einerseits eine Stellungnahme abgelehnt habe und andererseits beklage, wenn „Bild“ dann auf die Nachrichtenlage der Agenturen und auf Informationen aus seinem engsten Umfeld zurückgreife, sei nicht nachvollziehbar.

Fischer hatte am Mittwoch vor Beginn der Klausurtagung der Grünen-Bundestagsfraktion in Wörlitz verärgert auf die Berichterstattung reagiert. „Es gibt weder die Absicht von mir, auszuwandern ... noch gibt es auch nur Gespräche oder die Idee von Gesprächen mit Harvard...“, hatte Fischer erklärt. An die Journalisten appellierte er: „Sie müssen sich auch mal selbst fragen, ... was das noch mit seriösem Journalismus zu tun hat, dass eine Zeitschrift etwas behauptet, und alle anderen dann dem folgen und sozusagen in der dritten Instanz innerhalb von einer Stunde wird dann aus einer Behauptung eine Tatsache, die dann gewaltige Schlagzeilen mit sich bringt.“

Mit Blick auf die Anfrage des „Bild“-Redakteurs hatte Fischer gesagt: „....wenn ein gewisser Herr Einar Koch bei mir anruft, dann kann die Welt zusammenstürzen, da würd' mir eher die Hand abfallen, als dass ich das Telefon abnehmen würde.“ Der Grünen-Politiker hatte angekündigt, die Berichterstattung werde seine Anwälte beschäftigten.

Das Magazin „stern“ hatte am Dienstag berichtet, Fischer habe Verhandlungen über eine Gast-Professur an einer amerikanischen Elite-Universität geführt. Dies hatte Fischer nach der „Bild“-Veröffentlichung bestätigt und hinzugefügt, es sei nicht wie von dem Blatt behauptet die Uni Harvard. Er habe sich nocht nicht entschieden, ob er das Angebot annehme.

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