Angebot abgelehnt
Metaller streiken weiter

Neben dem öffentlichen Dienst drohen auch in der Metallindustrie weitere Streiks. Nachdem die Gewerkschaft IG Metall das aktuelle Angebot der Arbeitgeber als inakzeptabel abgelehnt hat, kündigten Gewerkschaftsvertreter nun massive Aktionen an.

HB GELSENKIRCHEN. Im Tarifkonflikt der westdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall in der dritten Verhandlungsrunde ein erstes Angebot der Arbeitgeber abgelehnt und weitere Warnstreiks angekündigt. „Wir werden jetzt massiv nachlegen“, sagte Gewerkschaftssprecher Marc Schlette am Dienstag in Gelsenkirchen.

Die Arbeitgeber hatten angeboten, die Löhne für die Beschäftigten und die Auszubildenden um 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 16 Monaten anzuheben. Eine Einmalzahlung soll es nicht geben. In den vergangenen elf Tagen hatte es bereits zahlreiche Warnstreiks gegeben, an denen sich rund 16 000 Beschäftigte beteiligt hatten. Bereits am Donnerstag soll es nun zu weiteren befristeten Arbeitsniederlegungen kommen.

„Das Angebot ist in der Höhe viel zu niedrig, in der Laufzeit deutlich zu lang und damit in der Gänze inakzeptabel. So provozieren die Arbeitgeber nur weitere massive Warnstreiks“, sagte IG-Metall- Verhandlungsführer Oliver Burkhard laut einer Mitteilung. Die Gewerkschaft fordert für die 85 000 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden soll es 100 Euro mehr im Monat geben. Außerdem werden kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte gefordert.

„Die angebotene Tariferhöhung liegt am oberen Rand der aktuellen Tariflandschaft und des Korridors, den die Wirtschaftsforschungsinstitute gesamtwirtschaftlich als vertretbar ansehen“, sagte dagegen Arbeitgeber-Verhandlungsführer Helmut Koch. Eine generelle Arbeitszeitverkürzung für Ältere lehnten die Arbeitgeber außerdem ab. Man sei aber bereit, über eine Weiterentwicklung des Tarifvertrages mit Rücksicht auf den demografischen Wandel zu verhandeln, sagte Koch. Zur Ankündigung weiterer Aktionen meinte der Arbeitgebervertreter: „Massive Warnstreiks führen auch nicht zu einer Lösung der anstehenden Fragen.“

Die IG Metall will am Mittwoch im westfälischen Sprockhövel über weitere Maßnahmen beraten. Die vierte Verhandlungsrunde soll am kommenden Dienstag in Ratingen stattfinden.

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