Angebote dürfen nicht zur Sackgasse für Arbeitslose werden
Sozialverbände: Ein-Euro-Jobs müssen Ausnahme bleiben

Der DGB und mehrere Sozialverbände haben eine Ausweitung der Ein-Euro-Jobs abgelehnt. Sie müssten die Ausnahme bleiben und seien nur sinnvoll, wenn alle Möglichkeiten erschöpft seien, Arbeitslose in reguläre Stellen zu vermitteln.

HB BERLIN. Sozialverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben sich kritisch zu den so genannten «Ein-Euro-Jobs» geäußert, die Langzeitarbeitslosen im Rahmen der Arbeitsmarktreform angeboten werden. Auf diese Form der öffentlich geförderten Arbeit sollte nur im Ausnahmefall zurückgegriffen werden, erklärten der DGB, der Sozialverband VdK Deutschland, der Sozialverband Deutschland (SoVD) und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) in einem am Samstag verbreiteten gemeinsamen Papier.

Darin heißt es, die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung habe bisher keine Wende bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gebracht. Öffentlich geförderte Beschäftigung sei aber nur dann sinnvoll, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien, Arbeitslose in reguläre Stellen zu vermitteln. Dies müsse insbesondere für die Ein-Euro-Jobs gelten.

Außerdem dürfe der Ein-Euro-Job für den Langzeitarbeitslosen nicht «zu einer Sackgasse» werden, forderten die Verbände. Sie dürften reguläre Arbeit nicht verdrängen, müssten dem Allgemeinwohl dienen und dürften nicht bei privaten Unternehmen angesiedelt werden. Die Tätigkeiten müssten so angelegt sein, dass das Überwechseln in den regulären Arbeitsmarkt jederzeit möglich sei und durch die Beschäftigung gefördert werde.

Zudem dürften die Ein-Euro-Jobs keine Tätigkeiten umfassen, die eine fachliche Ausbildung erfordern und müssten insbesondere im sozialen Bereich freiwillig sein. Arbeiten, die den Umgang mit Menschen beinhalten, dürften nur an Arbeitslose vermittelt werden, die ihrer Persönlichkeit nach hierfür geeignet seien.

Gefordert wird ferner, dass die zwangsweise Beschäftigung von Arbeitslosen auf wenige Ausnahmen begrenzt bleibt und die Beschäftigung in Ein-Euro-Jobs mit Qualifizierungsmaßnahmen verbunden wird. Neben der Tätigkeit müsse den Arbeitssuchenden außerdem hinreichend Zeit für intensive Bewerbungsbemühungen eingeräumt werden.

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