Angeklagter schweigt zu Vorwürfen
Prozess gegen islamischen Terroristen begonnen

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen islamischen Terroristen hat am Dienstag am Berliner Kammergericht unter starken Sicherheitsvorkehrungen begonnen.

HB BERLIN. Generalbundesanwalt Kay Nehm wirft dem 33 Jahre alten Tunesier die versuchte Bildung einer terroristischen Vereinigung vor.

Zum Auftakt des Prozesses vor dem Kammergericht warf die Bundesanwaltschaft dem 33-jährigen Tunesier zudem die versuchte Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie Steuerhinterziehung vor. Der Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen. Am kommenden Dienstag soll die Verhandlung fortgesetzt werden.

Die Verteidigung kritisierte die Anklage von Generalbundesanwalt Kay Nehm als dürftig. „Die Ermittlungsergebnisse tragen die Anklage nicht“, sagte Anwältin Margarete von Galen. Es gebe keine konkreten Hinweise, dass der Tunesier eine terroristische Vereinigung gründen wollte. Dagegen sagte Silke Ritzert für die Bundesanwaltschaft: „Es gibt eine Vielzahl von Indizien, die den Angeklagten belasten.“

Der Angeklagte soll in Marokko ein Technikstudium absolviert und 1996 eine Deutsche geheiratet haben. Der seit 1996 in Deutschland lebende Tunesier soll laut Anklage nach einer Ausbildung in einem afghanischen El-Kaida-Lager im Januar 2003 unter falschem Namen illegal nach Deutschland zurückgekehrt sein, um mit Gleichgesinnten in Berlin, Gelsenkirchen und anderen Orten Sprengstoffanschläge zu verüben. Der Mann war im März 2003 in Berlin festgenommen worden. In Afghanistan soll der Mann auch Osama bin Laden getroffen haben.

Mit vielen Toten und Verletzten bei Anschlägen sollte die westliche Welt gedemütigt werden, hieß es weiter. Bei einer Demonstration zu Beginn des Irak-Krieges sollten mehrere Bomben an bislang unbekannten Zielen gezündet werden. Bei der Durchsuchung einer unter Alias-Namen gemieteten Wohnung seien Utensilien zum Bau von Sprengsätzen, Batteriesäure, Notizen über chemische Substanzen, eine Schusswaffe sowie in einem Laptop Dateien mit Schaltplänen zur Auslösung von Zündern beschlagnahmt worden.

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