Angela Merkel: Deutschland will Truppe gegen Boko Haram unterstützen

Angela Merkel
Deutschland will Truppe gegen Boko Haram unterstützen

Angela Merkel will die geplanten Truppen im Kampf gegen die islamistische Miliz Boko Haram unterstützen. Die Kanzlerin betont unterdessen, dass sie den Terror in Afrika genauso wichtig nehme wie den in Paris.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat den westafrikanischen Ländern Unterstützung beim Aufbau einer regionalen Eingreiftruppe gegen die islamistische Miliz Boko Haram zugesichert. „Wenn wir gebeten werden, auch etwas finanziell zu tun und das zu unterstützen, dann werden wir das natürlich tun“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach einem Treffen mit dem ghanaischen Präsidenten John Dramani Mahama, der zurzeit Vorsitzender der westafrikanischen Staatengruppe Ecowas ist.

Merkel kündigte EU-Beratungen über eine mögliche Hilfe zu. Sie sei an einer „nachhaltigen Finanzierung“ einer solchen afrikanischen Eingreiftruppe interessiert. An eine militärische Unterstützung der EU-Staaten im Kampf gegen Boko Haram sei derzeit nicht gedacht.

„Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Bedarf, dass europäische Truppen angefordert werden sollten“, sagte auch Mahama. „Aber sicher wäre logistische Hilfe wichtig“, sagte er mit Blick auf die Bundeswehr-Flugzeuge, die Deutschland für den Militäreinsatz der Franzosen gegen islamistische Gruppen in Mali stellt.

Merkel wies den Vorwurf zurück, dass sie Terror in Afrika weniger wichtig nehme als den in Paris, wo vergangene Woche bei islamistischen Anschlägen 17 Menschen starben. „Der Terrorismus ist überall gleich schlimm“, sagte sie. Ein militärisches Eingreifen von EU-Staaten sei aber derzeit nicht einmal in der Planung der Afrikanischen Union (AU). Mahama kündigte an, dass sich die AU Ende des Monats mit dem Thema beschäftigen werde. Die afrikanischen Staaten diskutieren auch, ein UN-Mandat für ein militärisches Eingreifen gegen Boko Haram anzustreben, weil das Vorrücken der Miliz mittlerweile mehrere Länder betrifft.

Die islamistische Miliz kämpft seit Jahren für einen eigenen Staat im Nordosten Nigerias, hat aber zuletzt auch mehrere Vorstöße nach Kamerun unternommen. So soll die Miliz dort am Wochenende 80 Menschen verschleppt haben. Ghanas Präsident begrüßte, dass der Tschad Truppen nach Kamerun geschickt habe, um die Boko-Haram-Kämpfer zurückzudrängen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angela Merkel: Deutschland will Truppe gegen Boko Haram unterstützen"

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  • Über Flüchtlinge aus Afrika hat Boko Haram sicher schon Schläfer nach Deutschland geschickt, wie alle anderen Terrororganisationen
    auch. Halbgerzige Militäraktionen bringen nur etwas dür die Waffenindustrie. Terror bekämpft man massiv und nicht mit Kerzen.

    Aber der Verdacht besteht das Staaten mit Terroristen zusammen arbeiten, wei die Türkei und die IS.

  • Angela Merkel will die geplanten Truppen im Kampf gegen die islamistische Miliz Boko Haram unterstützen. Die Kanzlerin betont unterdessen, dass sie den Terror in Afrika genauso wichtig nehme wie den in Paris.

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    Man darf Boko Haram nicht erst so stark werden lassen

    wie es dem Terrorismus mit dem IS-Staat erst Groß geworden ist.

    Doch die Welt wacht zu spät auf...

    und dann streitet man sich zuerst wer was machen soll.




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