Angela Merkel
Geschäfte in China

Die Kanzlerin plädiert für engere Beziehungen mit China. Das Engagement deutscher Unternehmen in der Volksrepublik „sichert auch für uns Arbeitsplätze“. Die Menschenrechte sollen trotzdem nicht zu kurz kommen.

ShenyangBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zum Abschluss ihrer dreitägigen China-Reise für eine weitere Vertiefung der Beziehungen mit Peking stark gemacht. „Insgesamt glaube ich, dass diese Reise dazu beiträgt, auf der einen Seite die deutsch-chinesische Kooperation zu stärken, auf der anderen Seite Interessensunterschiede nicht unter den Tisch zu kehren“, sagte Merkel am Dienstag während der Besichtigung des Gemeinschaftsunternehmen von BMW und dem chinesischen Autobauer Brilliance in der nordostchinesischen Metropole Shenyang.

Sie wolle auch deutlich machen, „welchen Nutzen wir auch davon haben, dass unsere großen und mittleren deutschen Unternehmen in China tätig sein können“, sagte Merkel. „Das sichert auch für uns Arbeitsplätze“. Der Wettbewerb werde allerdings härter, „weil in China eben auch die Menschen vorankommen wollen und eigene Produkte herstellen wollen“.

Keine Informationen gab es zur Debatte über die geplante und umstrittenen Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Investor Midea. Nach Handelsblatt-Informationen zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die Bundesregierung sehe inzwischen Signale, dass Midea nicht mehr als 49 Prozent an Kuka erwerben wolle, berichtete das Handelsblatt heute unter Berufung auf Verhandlungskreise. Bislang hält der Maschinenbauer Voith 25,1 Prozent und kann damit bei wichtigen Unternehmensentscheidungen nicht übergangen werden.

Eigenname: Volksrepublik China
Gesamtfläche: 9 572 900 km 2
Staatsform: Volksrepublik
Bevölkerung 2016: 1 382 Mio. Einwohner (Quelle:IWF)
Bevölkerungsdichte: 142,9 Einwohner/km 2
Mitgliedschaften: G20, Uno
Hauptstadt: Peking ((Beijing)
Währung: 1 Renminbi ¥uan (RMB.¥) = 10 Jiao = 100 Fen
Amtssprache: Chinesisch (Putonghua)

Bruttoinlandsprodukt 2014 (jew. Preise) : 9 469 Mrd. US$ (Quelle :IWF)
Exporte 2014: 2 342 Mrd. US$ (Quelle :WHO)
Importe 2014: 1 958 Mrd. US$ (Quelle :WHO)
Rohstoffe: Graphit, Antimon, Wolfram, Zink, Kohle, Eisenerz, Molybdän, Zinn, Blei, Quecksilber, Bauxit, Phosphatgestein, Diamanten, Gold, Mangan, Rohöl, Erdgas
Landwirtschaftliche Produkte: Reis, Mais, Süßkartoffeln, Weizen, Sojabohnen, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Jute

Die Gesamtverschuldung Chinas steigt deutlich

Verschuldung von Staat, Unternehmen, Finanzsektor und Privaten Haushalten
in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Inflationsrate

Veränderung der Verbraucherpreise zum Vorjahr in Prozent

Nominales Bruttoinlandsprodukt

Angaben in Billionen US-Dollar

Reales Bruttoinlandsprodukt

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

Dynamik der Änderung der Bevölkerungszahl China

Millionen Einwohner

Arbeitslosigkeit

in Prozent

Aus deutschen Regierungskreisen in Shenyang verlautete, die Bundesregierung verhandele nicht für das Unternehmen und könne dazu nichts sagen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wollte den Bericht nicht kommentieren. Es sei ein unternehmerischer Vorgang, in den die Bundesregierung nicht eingreife.

„Minister Sigmar Gabriel würde es begrüßen, wenn es eine deutsche oder europäische alternative aus der Wirtschaft selbst heraus gäbe und die Eigentümer sich dann entscheiden könnten, welches Angebot das bessere für das Unternehmen oder den Wirtschaftsstandort Deutschland ist“, sagte eine Sprecherin.

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