Angela Merkel im Forbes-Ranking
Mächtiger als Obama – dank Flüchtlingskrise

In Deutschland hat Merkels Popularität als Flüchtlingskanzlerin schwer gelitten. Doch das Ausland feiert sie für ihr Krisenmanagement. Laut einem Ranking gilt Merkel nun sogar als zweitmächtigste Person der Welt.
  • 68

BerlinUnter hohem Einigungsdruck ringen die Spitzen der Großen Koalition heute in Berlin weiter um Lösungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer wollen unter anderem bei den umstrittenen Transitzonen einen Kompromiss finden. Die Union fordert sie für Flüchtlinge mit geringen Bleibechancen. Die SPD hat mehrfach deutlich gemacht, dass sie große Haftzentren ablehnt.

Verhandelt wird unter hohem Einigungsdruck. Die EU sieht kein Abklingen der Migrationswelle, rechnet bis Ende 2016 mit weiteren drei Millionen Flüchtlingen. Nach aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums wurden im Oktober beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fast 55.000 Asylanträge gestellt – ein Anstieg von 157,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Entschieden wurde im Oktober über die Anträge von 31.580 Personen. Die Hälfte der Bewerber „erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention“. Hauptherkunftsland der Antragsteller war im Oktober Syrien vor Albanien, Irak und Afghanistan.

Am späten Nachmittag kommt Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammen. Dabei geht es ebenfalls um die Asylpolitik, unter anderem um Registrierung und Abschiebungen. Welchen Verlauf die vielen Gespräche nehmen könnten, die Merkel in der schwierigen Gemengelage um die Bewältigung der Flüchtlingskrise nehmen werden, lässt sich zwar nicht sicher sagen. Allerdings wurden schon gestern von allen Seiten Einigungssignale gesendet.

Das ist umso bemerkenswerter, als sich noch am Sonntag Merkel, Seehofer und Gabriel nicht hatten einigen können und eben deshalb am heutigen Donnerstag einen neuen Versuch starten wollten. Überhaupt hat Merkel in der Debatte keinen leichten Stand. Zumindest in Deutschland. Hierzulande haben ihr viele krumm genommen, dass sie mit ihrer Grenzöffnungsentscheidung eine regelrechte Willkommens-Euphorie entfacht hat. Dass der Flüchtlingszustrom danach immer größer wurde, hat man auch und vor allem der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin angelastet.

International ist die Stimmungslage eine ganz andere. Hier punktet die Flüchtlingskanzlerin. Der Economist hebt Merkel in seiner neuesten Ausgabe sogar auf die Titelseite. Unter der Überschrift "Die unentbehrliche Europäerin" konstatiert das Magazin, dass die Flüchtlingskrise Merkel vor die größte Herausforderung ihrer Kanzlerschaft stellt und resümiert: "Gleichzeitig braucht die mit vielen Problemen kämpfende Europäische Union Merkel dringender als je zuvor."

Inzwischen wird Merkel sogar als zweitmächtigste Person der Welt gesehen. Auf der aktuellen Rangliste des Magazins „Forbes“ der einflussreichsten Persönlichkeiten machte Merkel einen deutlichen Sprung nach vorn, überholte US-Präsident Barack Obama und liegt jetzt auf Platz zwei weltweit, wie „Forbes“ am Mittwoch bekanntgab. Obama rutschte auf den dritten Platz ab.

Als mächtigster Mann der Welt blieb Russlands Präsident Wladimir Putin auf dem ersten Platz. Die Kanzlerin konnte in der Rangfolge drei Plätze gutmachen. „Merkel ist das Rückgrat der Europäischen Union mit ihren 28 Mitgliedern, und ihre entscheidenden Handlungen beim Problem mit den syrischen Flüchtlingen und bei der griechischen Schuldenkrise haben sie auf der Liste nach vorne gebracht“, schrieb Forbes dazu.

Kommentare zu " Angela Merkel im Forbes-Ranking: Mächtiger als Obama – dank Flüchtlingskrise"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Liebe Leser.

    Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen.

    Beste Grüße aus der Redaktion.

  • Frau Merkel hat keinen Plan, sie hat auch keine Überzeugungen und vorallem hat sie sich noch nie um ihren Amtseid geschert. Sie hat lediglich ihren ersten, offenkundigen Fehler gemacht und versucht nun alles, um sich an der Macht zu halten. Ihre ausgeblutete Partei hat nicht mehr die Kraft sie zu stoppen. Allein der Wähler in drei Bundesländern hat im März dazu die Möglichkeit. Solange wird der Wahnsinn und der Ausverkauf unseres Landes weitergehen.

  • Mächtig Dank der Flüchtlingskrise? Nein, Mächtig nur, weil Sie den Islam hemmungslos, gewissenlos gegen das Christentum fördert, unterstützt. Dies mit dem Willen Deutschland, die Deutschen zu vernichten bzw. wenigstens in die Armut zu treiben!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%