Angela Merkel
Ein Besuch bei den Vertriebenen der CDU

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Konservative dürften im Wahljahr mehr Gehör finden

Steinbach hatte im Bundestag dem Fraktionsvorstand angehört, war Sprecherin für Menschenrechte. Nun wird die fraktionslose Abgeordnete umgarnt, etwa von der AfD. Eine prominente Frontfrau wie sie wäre etwas für die Rechtspopulisten, oder auch für den neuen Verband „Freiheitlich-konservative Aufbruch der Union“, der sich in Baden-Württemberg am Wochenende gegründet hat. Sie aber hat abgesagt – weil sie kein Mitglied der Union mehr ist.
Seit Angela Merkel regiert, haben es die Konservativen in der Union nicht leicht. Das musste auch Wolfgang Bosbach erleben, lange Jahre der innenpolitische Kopf der Fraktion, den sich auch viele in der Partei in der Flüchtlingskrise als Innenminister gewünscht haben. Seit 45 Jahren gehört der Rheinländer der CDU an. „Heute spielen Konservative in der CDU nicht mehr die Rolle, wie noch in den 70er- und 80er-Jahren“, sagt er. Zum Ende der Wahlperiode wird er seine Abgeordnetentätigkeit beenden.

Auch einer wie Wolfgang Bosbach wurde gebeten, sich im baden-württembergischen „Aufbruch“ einzubringen. Einzig bekannter CDU-Politiker ist derzeit Christean Wagner, ehemals Minister im konservativen CDU-Land Hessen. Er ist Gründer des Berliner Kreises, dem auch Bosbach angehört. Der Kreis ist ein Sammelbecken der Konservativen in der Union, die versuchen, programmatische Positionen zu entwickeln und in die Partei einzubringen. „Der Berliner Kreis ist keine Selbsthilfegruppe enttäuschter Konservativer“, betont Bosbach. Vielmehr gehe es darum zu definieren, „was konservativ im 21. Jahrhundert bedeutet“. Der Berliner Kreis habe seit der Gründung 2012 viele Anfragen erhalten, ob es auch in den Bundesländern eine Möglichkeit gebe, teilzunehmen. Da der Kreis dies aber nicht leisten könne und sich auf Berlin konzentriere, sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, wann sich Initiativen wie in Baden-Württemberg gründen, sagt Bosbach. Er selbst werde im Juni bei der Initiative reden. Seine Heimat aber bleibe der Berliner Kreis.

Angesichts der Polarisierung von Union und SPD im Wahljahr dürften die Konservativen mehr Gehör finden. „Die Partei gibt sich seit einigen Monaten erkennbar Mühe, auf die Konservativen zuzugehen“, sagt Bosbach. Schließlich hat die CDU in den vergangenen zwei Jahren seit Beginn der Flüchtlingskrise krachende Niederlagen bei Landtagswahlen erleben müssen und gleichzeitig den Aufstieg der AfD. In Merkels Heimat Mecklenburg-Vorpommern konnten die Rechtspopulisten sogar die CDU überholen und aus dem Stand zweitstärkste Kraft werden. Das führte neben den Anschlägen und den Ereignissen in der Silvesternacht von Köln etwa dazu, dass die Regierung ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik deutlich geändert und mehrere Asylpakete beschlossen und den Umfang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern verschärft hat.

Kommentare zu " Angela Merkel: Ein Besuch bei den Vertriebenen der CDU"

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  • Vor längerer zeit schrieb ich eine Mail an Frau Steinbach und bekam innerhalb von 2 Tagen eine Rückantwort von ihr.

    In meiner Mail habe ich mich beschwert, dass es in Deutschland 100 000 Tausende
    Deutsche Bürger gibt, die eine Deutsche und Polnische Staatsbürgerschaft haben ohne zu wissen das sie auch Polen sind. Als nach Kriegsende Deutsche Bürger
    nicht vertrieben worden und in ihrer Hemmt geblieben sind, wurden sie und ihre Kinder zu Zwangspolen, nach dem Fall der Mauer kamen Aussiedler aus Polen
    und lebten hier weiter.

    Was bedeutet das ihre Kinder Kindeskinder bis zum sankt Nimmerleinstag Polen sind. Das wird nur bekannt, wenn man sich ein erweitertes Führungszeugnis holt.

    Die Polen sagen auf Anfrage im Konsulat , wenn die Deutschen alle zu Migranten machen ist das nicht unser Problem. Der Bund der Vertriebenen klagte und klagte und verlor.

    Frau Steinbach hat das bestätigt und kann auch nicht helfen . Deutsche Politiker
    wollen aus Deutschen keine Deutschen machen . Polen sind ihnen lieber, die kann man ausweisen.

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