Angestrebte PDS/WASG-Liste
Lafontaine drängt an die Spitze

Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine will bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidat für das angestrebte Linksbündnis antreten. PDS-Chef Bisky warnt allerdings vor zu großer Euphorie.

HB BERLIN. Wenn die Gremien der beiden Parteien dem Bündnis zustimmten, trete er an, sagte Lafontaine am Freitag dem Fernsehsender N24. Er rechne damit, das ein neues Linksbündnis drittstärkste Partei bei der Wahl werde. Er sagte weiter, er könne sich eine Zusammenarbeit mit dem PDS-Spitzenkandidaten Gregor Gysi gut vorstellen.

Gysi freut sich nach eigenen Worten auf eine Zusammenarbeit mit Lafontaine. "Ich bin fest davon überzeugt, dass das neue Bündnis (...) drittstärkste Kraft im Bundestag wird", sagte Gysi. Er wolle aber nicht darüber spekulieren, wie viele Stimme das Bündnis bei der für den Herbst erwarteten Wahl holen werde.

Im Parlament gebe es nur noch Parteien, die die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnten Arbeitsmarktreformen verträten, sagte Lafontaine weiter. Die lasse ausreichend Platz für eine neue politische Gruppierung. Das Bündnis verstehe sich als Interessenvertretung für Arbeitnehmer und Rentner. Wahlforscher gehen davon aus, dass das Bündnis die Fünf-Prozent-Hürde nehmen kann.

Rivalitäten mit dem wieder für den Bundestag kandidierenden früheren PDS-Partei - und Fraktionschef Gregor Gysi seien nicht zu erwarten, versicherte Lafontaine. Gysi und er seien reifer geworden und strebten keine Führungspositionen mehr an. "Wir wollen nur eine andere Politik." Im Wahlkampf werde Gysi sich auf den Osten und er sich auf den Westen Deutschlands konzentrieren.

PDS und die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) hatten sich am Donnerstagabend auf ein Bündnis für die geplante Bundestagswahl im September geeinigt. Danach sollen Mitglieder der WASG auf offenen Listen der PDS antreten. Im Gegenzug will die PDS eine Namensänderung prüfen. Angeblich favorisiert die PDS eine Umbenennung in Vereinigte Linke-PDS (VL- PDS). Eine Parteifusion soll es erst später geben.

Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche vom Donnerstagabend sollen an diesem Wochenende dem PDS-Parteivorstand und einer Versammlung aller Landesvorstände der WASG zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. Der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky warnte am Freitag allerdings davor, schon jetzt die Einigung der Parteispitzen als endgültig zu bezeichnen.

Das "Bemühen" von PDS und der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit, zusammen anzutreten, sei zwar gegeben, sagte Bisky der Netzeitung. Diese Entscheidung bedürfe aber noch der Zustimmung der Parteigremien. "Es folgt jetzt ein Prozedere der Zustimmung oder der Ablehnung." Man habe "erfolgreich verhandelt", betonte er. Das schließe allerdings nicht aus, dass die Entscheidung für ein Wahlbündnis von den Gremien wieder verworfen werde.

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