Angriff auf Deutsch-Äthiopier
Mordversuchs-Vorwurf im Fall Potsdam vom Tisch

Knapp drei Wochen nach dem Angriff auf einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam ist der Haftbefehl gegen einen der beiden Verdächtigen bestätigt worden. Allerdings wird ihm kein versuchter Mord mehr vorgeworfen, sondern nur noch gefährliche Körperverletzung.

HB KARLSRUHE. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten, berichtete im Freitag, der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof habe bei einem Prüfungstermin einen dringenden Tatverdacht gegen den 29-jährigen Björn L bestätigt. Dies ist für einen Haftbefehl unerlässlich. Die Begründung sei jedoch von versuchtem Mord auf gefährliche Körperverletzung reduziert worden. Die Prüfung des Haftbefehls des zweiten Verdächtigen steht noch aus; als Termin wurde der 10. Mai angegeben.

Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte die Ermittlungen gegen den 29-Jährigen und dessen mutmaßlichen Mittäter ursprünglich auf versuchten Mord gestützt und damit seine Zuständigkeit begründet. Weil der BGH-Ermittlungsrichter aber nach wie vor einen „einfachen Tatverdacht“ hinsichtlich des versuchten Mordes bejaht, bleibt die Karlsruher Bundesanwaltschaft weiterhin für die Ermittlungen zuständig. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte anfangs die Übernahme der Ermittlungen durch Nehm kritisiert.

Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden vor, den Deutschen äthiopischer Herkunft in der Nacht zum Ostersonntag aus fremdenfeindlichen Motiven zu Boden geschlagen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Die beiden Männer bestreiten die Tat. Ihre Anwälte haben unter Hinweis auf entlastende Zeugenaussagen Haftprüfungstermine beantragt. Das farbige Opfer ist Angaben seines Krankenhauses zufolge wieder ansprechbar, jedoch noch nicht vernehmungsfähig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%