Angriff auf Stromleitungen Blackout auf der Krim

In der Nacht zum Sonntag hatten auf der Krim zwei Millionen Menschen keinen Strom. Grund für den Ausfall seien Explosionen gewesen, die wichtige Leitungen beschädigt hätten, hieß es. Die Behörden riefen den Notstand aus.
Update: 22.11.2015 - 15:49 Uhr
Auf der von Russland annektierten Halbinsel sind in der Nacht zum Sonntag überall die Lichter ausgegangen. Quelle: dpa
Plattenbauten in Simferopol (Krim)

Auf der von Russland annektierten Halbinsel sind in der Nacht zum Sonntag überall die Lichter ausgegangen.

(Foto: dpa)

Nach Anschlägen auf Starkstromleitungen in der Ukraine ist es auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu einem völligen „Blackout“ gekommen. Fast zwei Millionen Menschen waren zunächst ohne Licht und Heizung, wie die örtlichen Behörden am Sonntag mitteilten.

Die Behörden der ukrainischen Halbinsel, die im Frühjahr 2014 von Russland annektiert wurde, riefen am Sonntag den Notstand aus, nachdem zwei Strommasten „gesprengt“ wurden. Die örtliche Abteilung des russischen Katastrophenschutzministeriums erklärte, die Stromleitungen aus der Ukraine seien am frühen Sonntagmorgen unterbrochen worden.

Mit eigenen Kraftwerken sowie mit Gasturbinen und Dieselgeneratoren sei die Versorgung zumindest in größeren Städten teilweise wieder hergestellt worden, sagte Sprecher Michail Scheremet der Agentur Tass zufolge. Die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Krim bezieht ihren Strom zu 70 Prozent vom ukrainischen Festland.

Ein russischer Senator sprach am Sonntag von einem „Terrorakt“ und deutete an, ukrainische Nationalisten seien dafür verantwortlich. Bereits am Freitag hatten unbekannte Angreifer die Stromleitungen zur Krim beschädigt. Eine Gruppe namens „Zivile Blockade der Krim“ hinderte Mitarbeiter des Energieversorgers später daran, den Schaden zu beheben. Die Organisation, in der die Krim-Tataren eine wichtige Rolle spielen, erklärte jedoch, sie sei weder für den Angriff am Freitag noch am Samstag verantwortlich.

Seit mehr als zwei Monaten blockieren Krimtataren und ukrainische Aktivisten Warentransporte auf die Halbinsel und fordern von der Führung in Kiew das Kappen der Stromversorgung. Damit soll die Freilassung gefangener Ukrainer in Russland und das Ende von Einreiseverboten gegen krimtatarische Politiker erreicht werden.

Die Behörden auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel hatten nach dem massiven Stromausfall den Notstand ausgerufen. Die Führung der Krim setzte einen Krisenstab ein.

Trotz des Einsatzes von gasbetriebenen Generatoren hätten etwa 1,6 Millionen der rund zwei Millionen Menschen auf der Krim keinen Strom, erklärte das russische Energieministerium am Sonntag. Der ukrainische Energieminister Wolodimir Demtschischin sagte, vier Hochspannungsleitungen seien beschädigt worden. Auch zwei Distrikte in der ukrainischen Region Cherson seien deshalb ohne Elektrizität.

Der Präsident der annektierten Halbinsel, Sergej Aksjonow, verfügte wegen der Notlage für Montag einen arbeitsfreien Tag. Nach Angaben des Energieministeriums in Kiew kann einer der beschädigten Strommasten binnen 24 Stunden repariert werden, sofern die Arbeiter ungehinderten Zugang erhalten. Der staatliche Energieversorger Ukrenergo erklärte, er hoffe, sämtliche Hochspannungsleitungen binnen vier Tagen Instand setzen zu können.

Putin, der Poster-Boy
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Hunderte Syrer protestierten nach der Ankündigung Russlands, sich im Syrien-Konflikt engagieren zu wollen, vor der russischen Botschaft in Damaskus. Sie wollen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für die militärische Intervention in Syrien danken, die sich nach Angaben Moskaus gegen den Islamischen Staat und andere „terroristische Vereinigungen“ richten soll. Vor allem die westlichen Staaten beobachten allerdings verstärkte Kampfhandlungen nicht nur gegen Extremisten, sondern auch gegen gemäßigte syrische Rebellen, die gegen das Assad-Regime kämpfen. Darum...

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...wird Russlands Einsatz nicht überall willkommen geheißen. Nur wenige Tage zuvor protestierten zahlreiche Demonstranten im australischen Sydney genau gegen die Pläne Moskaus. Dabei hielten sie neben Putin-Plakaten, auf denen der russische Präsident als Mörder bezeichnet wurde, auch Flaggen der Freien Syrischen Armee in die Luft – die Flagge jener gemäßigten Rebellen also, die Moskau derzeit ebenfalls bekämpft, um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in der Region zu stützen.

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Ebenso in der US-Hauptstadt Washington: Dort fanden sich rund 100 in den USA lebende Syrer vor der russischen Botschaft zusammen, um mit Fahnen von USA und der Freien Syrischen Armee gegen einen russischen Einsatz in Syrien zu demonstrieren. Mit dabei: Zahlreiche T-Shirts mit dem Konterfei Putins, übermalt mit einer blutigen Hand und der roten Aufschrift: „Killer“.

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Jakarta, Indonesien
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