Angriff bei Würzburg – mehrere Verletzte

Angreifer in Zug soll IS-Kämpfer gewesen sein

Ein Jugendlicher aus Afghanistan ist schwer bewaffnet auf Fahrgäste in einem Regionalzug losgegangen. Mehrere Menschen werden verletzt, ein Opfer schwebt in Lebensgefahr. Die Terrormiliz IS reklamiert die Tat für sich.
Update: 19.07.2016 - 12:40 Uhr

Mehrere Verletzte nach Axt-Angriff in Zug

Mehrere Verletzte nach Axt-Angriff in Zug

WürzburgDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat laut Angaben aus ihr nahestehenden Kreisen die Verantwortung für die Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg übernommen. Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, berichtete die IS-nahe Nachrichtenagentur Amak am Dienstag im Internet. Der Angreifer habe auf Aufrufe reagiert, die Länder der internationalen Koalition anzugreifen, die den IS bekämpfen.

Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. In ähnlicher Form hatte der IS zuvor die Verantwortung für das Attentat von Nizza übernommen. Eine Erklärung direkt von der Terrormiliz wurde danach bislang nicht veröffentlicht. Unklar ist in beiden Fällen, ob der IS dabei nur als Trittbrettfahrer auftritt.

„Der mit Hieb- und Stichwaffen angreifende Täter in Deutschland ist einer der Kämpfer des Islamischen Staates“, vermeldete Amaq. „Er hat diese Operation als Antwort auf unsere Aufrufe ausgeführt, die Länder der Koalition anzugreifen, die den IS in Syrien und im Irak bekämpft“. Zu der von den USA angeführten Militärkoalition gehören unter anderem Frankreich, Großbritannien und Italien. Deutschland unterstützt die Allianz mit einer Fregatte und Aufklärungsflügen.

Schock im Zug
Attacke im Zug
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Ein Jugendlicher hat am Montagabend in einem Regionalzug in Bayern mehrere Reisende mit einer Axt und einem Messer schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Der 17-jährige Asylbewerber aus Afghanistan sei „brutal auf andere Fahrgäste in der Bahn losgegangen“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der ARD. Nach Polizeiangaben wurden vier Menschen schwer. Eines der Opfer schwebe in Lebensgefahr, sagte Herrmann. Zudem gab es einen Leichtverletzten.

Spurensuche in der Nähe von Würzburg
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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) übernahm die Verantwortung für die Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg. Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, berichtete die IS-nahe Nachrichtenagentur Amak am Dienstag im Internet. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Handgemalte IS-Flagge gefunden
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Ermittler hatten zuvor Hinweise auf einen möglichen radikal-islamischen Hintergrund des erschossenen Täters entdeckt. „Bei der Durchsuchung seines Zimmers ist auch eine handgemalte IS-Flagge gefunden worden“, sagte Bayerns Innenminister Herrmann im ZDF-„Morgenmagazin“. Außerdem soll der 17-Jährige einen „islamischen Ausruf“ gemacht haben, bevor er erschossen wurde.

Wie kam es zur Radikalisierung?
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Nach Angaben Herrmanns muss dringend geklärt werden, wie es sein könne, „dass jemand, der nach Wahrnehmung seiner Mitmenschen bislang eigentlich eher unauffällig war und auf keinen Fall als radikal erschien, sich mutmaßlich in kurzer Zeit dann plötzlich umorientiert“. Der Jugendliche hatte ein Praktikum in einer Bäckerei gemacht - mit der Aussicht auf eine Lehrstelle. Er sei im Rahmen der Jugendhilfe intensiv betreut worden, sagte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) nach Angaben einer Sprecherin.

Unklar, warum der Flüchtling nach Deutschland kam
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Bayerns Innenminister Herrmann hat noch keine Erkenntnisse darüber, wie der 17-Jährige nach Deutschland gekommen ist. Dafür brauche er Angaben vom Bundesamt für Flüchtlinge und den Ausländerbehörden. Fraglich sei zum Beispiel, welche Gründe der junge Afghane für seine Flucht genannt habe.

„Eine wirklich schreckliche Tat“
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Noch sei aber das Motiv des Angreifers „völlig unklar“, sagte Innenminister Herrmann. Er sprach von einer „wirklich schrecklichen Tat, wie wir sie so in Bayern noch nicht erlebt haben“. Tatort war der Regionalexpress von Treuchtlingen nach Würzburg.

Mehrere Schüsse durch ein Sondereinsatzkommando
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Der 17-jährige Angreifer starb nach Polizeiangaben „durch mehrere Schüsse“ eines Sondereinsatzkommandos. Der Jugendliche habe vor Abgabe der Schüsse versucht, die Beamten anzugreifen. Das Kommando war nach Herrmanns Angaben zufällig wegen eines anderen Einsatzes in der Nähe; es habe den flüchtigen Jugendlichen ausfindig machen können und gestellt. Der Angreifer war geflohen, nachdem der Zug im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld zum Stehen gekommen war.

Nach der Axt- und Messerattacke fanden die Ermittler bei dem 17-jährigen Angreifer einen Hinweis auf den IS. Bei der Durchsuchung seines Zimmers sei „eine handgemalte IS-Flagge“ gefunden worden, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im ZDF-„Morgenmagazin“. Bei dem Angriff waren mehrere Menschen schwer verletzt worden.

Zudem habe ein Zeuge, der den ersten Notruf aus dem Zug abgesetzt habe, gesagt, der Täter habe „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Dem werde nun weiter nachgegangen. Hermann wollte sich aber nicht in der Frage festlegen, ob der 17-jährige Flüchtling aus Afghanistan einen islamistischen Hintergrund hatte. Das seien bislang nur Spekulationen. Die Motive seien bislang noch völlig unklar.

Bei dem Angriff in einem Regionalzug waren am Montagabend vier Menschen schwer verletzt worden, ein Opfer schwebt in Lebensgefahr. Der aus Afghanistan stammende Angreifer wurde erschossen. Die Ermittlungen hat inzwischen das bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernommen. LKA-Beamte waren am frühen Dienstagmorgen in Würzburg, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken.

Bei dem Täter handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Flüchtling aus Afghanistan, der ohne Eltern nach Deutschland gekommen war. Der 17-Jährige war am Montagabend mit Axt und Messer auf Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld losgegangen. 14 Menschen erlitten einen Schock. Der Angreifer wurde von der Polizei auf der Flucht erschossen.

Nach Angaben der Bundespolizei hatten etwa 25 bis 30 Menschen in dem Regionalzug von Treuchtlingen nach Würzburg gesessen. Er war kurz vor dem Ziel, als der Angreifer losschlug. Als der Zug per Notbremse stoppte, sprang er aus dem Zug und flüchtete.

Genaueren Hintergründe noch unklar
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