Angriffe auf Ole von Beust
Naumann zum SPD-Spitzenkandidaten in Hamburg gewählt

Die Hamburger SPD hat Michael Naumann mit großer Mehrheit zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl 2008 in Hamburg gewählt. Auf einem außerordentlichen Landesparteitag in der Hansestadt erhielt der ehemalige Kulturstaatsminister am Samstag 339 der 342 gültigen Stimmen der Delegierten.

HB HAMBURG. Die Bürgerschaftswahl in Hamburg wird voraussichtlich Ende Februar kommenden Jahres stattfinden. Vor seiner Wahl gab Naumann mit seiner Rede den inoffiziellen Startschuss zum Wahlkampf. Er kritisierte die amtierende CDU-Regierung unter Bürgermeister Ole von Beust als „Hütchenspieler“ und warf ihr eine „windschiefe Wirtschaftspolitik“ sowie soziale Kälte vor. Während Beusts sechsjähriger Amtszeit habe sich die Schere zwischen Arm und Reich immer schneller geöffnet.

„Wir werden ein Arbeitsmarktprogramm auflegen, das sich den Menschen zuwendet, die im Weltbild des CDU-Senats nicht vorkommen“, versprach Naumann mit Blick auf die gut 88.000 Arbeitslosen in Hamburg. Vor dem Wahlgang, bei dem drei Delegierte mit Nein votierten und eine ungültige Stimme abgegeben wurde, warb SPD-Generalsekretär Hubertus Heil für den neuen Hamburger Hoffnungsträger der Sozialdemokraten. Naumanns soziale Kompetenz qualifiziere ihn für das Amt des Bürgermeisters, sagte Heil. Im Wahlkampf wird der SPD-Spitzenkandidat zudem Unterstützung von Ex-Kanzler Gerhard Schröder bekommen. Nach dem wochenlangen Streit in der Hamburger Partei bat Schröder die Mitglieder in seiner Rede um Solidarität mit Naumann.

Von der Nominierung Naumanns erhoffen sich die Hamburger Sozialdemokraten einen Schlussstrich unter ihre Führungskrise, auf deren Höhepunkt Ende Februar der gesamte Landesvorstand zurückgetreten war. Die Parteiführung übernahm damit die Verantwortung für eine chaotische, parteiinterne Abstimmung über die Spitzenkandidatur, bei der knapp 1000 Stimmzettel spurlos verschwunden waren. Nach der Wahl des Spitzenkandidaten wollte der Parteitag auch einen neuen Landesvorstand bestimmen. Michael Naumann ist langjähriges SPD-Mitglied und war in der Regierung Schröder von 1999 bis 2000 Kulturstaatsminister. Vor seinem Einstieg in die Hamburger Landespolitik war Naumann bis Anfang März Mitherausgeber der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“.

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