Angst um Standort Deutschland
Union wettert gegen FDP-Turbo beim Atomausstieg

Was interessiert die FDP ihr Geschwätz von gestern: Generalsekretär Lindner wendet seine Partei von Atomkraftbefürwortern zu Atomkraftgegnern und handelt sich dafür harsche Kritik aus der Union ein.
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Düsseldorf/Berlin„Ich bin überrascht, dass einige in der Koalition denken, man könnte jetzt den Turbo beim Atomausstieg anwerfen - so einfach wird das nicht“, sagte Thomas Bareiß, energiepolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt. Er fordert ein „realistisches“ Ausstiegsszenario. Die Wirtschaftspolitiker der Union warnen zudem vor den Folgen für die deutsche Industrie.

Nach Ansicht der Wirtschafts- und Energieexperten der Unions-Fraktion könnte ein beschleunigter Umstieg teuer werden. "Wer jetzt schnell aus der Atomenergie aussteigen will, muss wissen, dass die Kernkraft erst einmal durch Kohle- und Gaskraftwerke ersetzt wird und Deutschland mehr Strom, auch Atomstrom, aus dem Ausland importieren muss", sagte CDU-Energiepolitiker Bareiß. Unterm Strich steige der Strompreis für die Wirtschaft und die Bürger.

"Glaubwürdigkeit gewinnen wir in der aktuellen Debatte nur durch eine ehrliche politische und gesellschaftliche Diskussion über einen realistischen Umstieg auf erneuerbare Energien. Realistisch heißt, dass der Umstieg für Bürger und Unternehmen bezahlbar bleibt und vor allem eine breite gesellschaftliche Akzeptanz findet", forderte der CDU-Politiker.

"Ich kann nur davor warnen, die Wettbewerbsfähigkeiten des deutschen Industriestandorts durch ein schnelles Ende der Atomenergie zu gefährden", sagte CDU-Wirtschaftsexperte Joachim Pfeiffer dem Handelsblatt. Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, sagte, „die Sicherheit der Kernkraft, die Bezahlbarkeit von Energie und die Technologieoffenheit müssen als nachvollziehbare Paradigmen der CDU-Position wieder erkennbar sein". In erster Line müsse daher "eine Kurskorrektur in der Kommunikation erfolgen", fordert Lauk.

Unionsfraktionsvize Michael Fuchs warnte seine Partei vor Alleingängen: „Wir leben in Deutschland nicht auf einer grünen Insel“, sagte Fuchs „Die ganze Atomwende nutzt nichts, wenn die anderen Länder in Europa nicht mitziehen."

FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte sich zuvor überraschend dafür ausgesprochen, noch vor Beginn der anstehenden Akw-Checks eine Vereinbarung mit der Atomindustrie über ein dauerhaftes Aus von acht der 17 Meiler abzuschließen. Jetzt müsse „rasch Rechtssicherheit“ geschaffen werden, sagte Lindner zwei Tage nach den Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

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  • Stunde der Heuchler 29.03.2011, 17:24
    Wenn die Partei der Grünen im Kern des Bürgertums angekommen ist, dann wird sie endgültig zum Ausdruck der Widersprüche, in denen der westliche Mensch heute steckt: Klimaschädlich bei Bosch arbeiten, aber Käse im Bioladen kaufen. Für eine Stunde das Licht ausschalten - und dann wieder einschalten. Und mit einem Porsche Cayenne das Altglas zum Container bringen. Toll. Und was soll das bringen?

    Auch ein Porsche Cayenne eignet sich dazu, das Altglas zum Container zu bringen. Ein Porsche Cayenne ist aber sehr, sehr schlecht für die Umwelt. In der Standardausstattung hat das Auto 290 Pferdestärken. Das ist völliger Wahnsinn. Aber dieser Wahnsinn, den die Porsche AG mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen produziert, verschafft rund 7500 Vollzeitbeschäftigten in Deutschland einen sicheren Arbeitsplatz.................

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/zum-siegeszug-der-gruenen-die-stunde-der-heuchler-1.1078968

  • Leider brauchen die Japaner ihre Auto/elktroindustrie nicht mehr hochfahren. Auf grund der Konterminierung von den Millionen gegenständen würde Europa sich die EU einen Risiko aussetzen trotz kontollen an den grenzen habe ich zu den messergebnissen so viel vertrauen wie mehr netto vom brutto

  • Seit dem Ausscheiden von Wolfgang Gerhard ist die FDP zu einem Kindergarten mutiert. Sowohl Lindner als auch Westerwelle sind keine ernstzunehmenden Politiker.

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