Angst vor Strafverfolgung
Mehr Selbstanzeigen bei Finanzämtern

Uli Hoeneß hat auf das Abkommen mit der Schweiz gesetzt. Steuerflüchtlinge wären dann straffrei und anonym geblieben. Doch das Vorhaben ist im November 2012 gescheitert. Seitdem ist die Zahl der Selbstanzeigen gestiegen.
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BerlinNach dem Scheitern des Steuerabkommens mit der Schweiz ist die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern in Deutschland deutlich gestiegen. Laut einer Umfrage des Handelsblatts bei den Finanzministerien haben sich im laufenden Jahr bereits 3.356 Personen in den großen Bundesländern selbst angezeigt.

Auch Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern München, hatte erklärt, dass er seine Angelegenheit eigentlich über das Steuerabkommen hätte regeln wollen. Doch SPD und Grüne hatten dieses Ende November im Bundesrat blockiert. Seitdem melden sich mehr Geständige bei den Finanzbehörden. So gab es in Baden-Württemberg im laufenden Jahr bereits 1.096 Selbstanzeigen, im Vorjahreszeitraum war es nicht einmal die Hälfte. Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl spürbar gestiegen: Zwischen Januar und Anfang April registrierte das Finanzministerium 538 Anzeigen, in den ersten drei Monaten 2012 waren es nur 210.

In Hessen hat sich die Zahl verdreifacht, es gab 283 Selbstanzeigen. Und Hamburg hat mit 97 Geständigen schon jetzt mehr als die Hälfte des gesamten Vorjahres erreicht. Auch Bayern (534), Niedersachsen (480) und Rheinland-Pfalz (328) verzeichneten viele Selbstanzeigen. Allerdings beziehen sich die Angaben der meisten Länder nicht nur auf Schwarzgeld in der Schweiz.

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  • Auch ohne das Abkommen mit der Scheiz werden in den nächsten Jahren, dank der Politik der Schweizer Banken, über kurz oder lang alle Steuerhinterzieher bluten. Besonders ungeschickte oder besonders dreiste Typen werden sich außerdem noch eine Strafe abholen können. Ich wage die Behauptug, daß die Steuereinnahmen durch Die Ablehnung des Abkommens NICHT geringer sein werden, als wenn das Abkommen zustande gekommen wäre!

  • So gesehen muss er nicht viel verdienen um auf 50% zu kommen. 25% Durchschnittssteuersatz und beim Einkaufen das Geld mit 19% Umsatzsteuer raushauen. Macht ja auch schon 44%. Und die Güter selbst sind ja häufig auch noch mal belastet durch Zoll, Umweltsteuern, Maut, usw. Die 50% sind da nicht fern.

  • Privat halte ich es so: Ich wäre froh wenn mich Jemand nötigt
    oder sich ungefragt etwas nimmt oder mir Stories erzählt um mich zu Scheck-Unterschriften zu überreden oder ähnliches
    Wenn ich das Geld egal in welcher Höhe einfach wieder bekäme oder wenigstens eine Zusage dann...oder Raten ...
    Das der Staat wie alle Geld will - ist einzusehen.
    Das der Staat sich mit Menschen herum streitetüber die Höhe der zu zahlenden Steuern ist auch klar ..
    Aber Gefängnis - 90 Tage - wegen: 5 "Schwarzfahrtickes" in GE 2012 - man muss an Schaden/Nutzen denken und Verhältnis von ...- Da will ein Verkehrsunternehmen sein Geld ok
    Die 10-20 Euro können sie sicher haben am nächsten Ersten.
    Aber sie sind ja alle Raffgierig sie wollen ja viel mehr -
    alle ... Auch der Staat ...
    Aber woher kommen bloß diese CDs?
    Ich denke mal daß die meisten Menschen im wesentlichen
    ihre Steuern bezahlen. Schließlich haben die Amtspersonen
    auch einen gewissen Blick/Erfahrungen ...
    GELD im Ausland kann alles sein - Erbe - ganz legal ..
    auch Schenkungen ...
    aber geht es um Korruption - na ja dann wäre es ein Fall
    für die Staatsanwaltschaft - wenn es denn dieses Thema ist.
    DAS SIND ABER VERSCHIEDENE BEGRIFFE ...
    Von Freunden bezahlte Hotelübernachtungen würde ich unter
    genau diesem abbuchen - Wochenendurlaube und wäre es auf
    eienr Insel GEHT DOCH ÜBERHAUPT niemanden was an.
    Selbst Staatsoberhäupter oder Jene die es werden wollen
    haben das RECHT Beziehungen/Freunde/Geschäftspartner zu haben.
    Ich bin zwar sehr gegen Unehrlichkeit und Filz und Sumpf
    aber einen gewissen Freiraum/ eine Privatsphäre für alle muss es doch trotzdem geben

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