Angst vor Terroranschlägen
Assad-Warnung schreckt deutsche Polizei auf

Russland liefert Kriegsgerät an das syrische Regime, die USA wollen Aufständische aufrüsten. Das könnte aus deutscher Sicht das Terrorrisiko für Europa steigen lassen. Präsident Assad warnt vor einem solchen Szenario.
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BerlinNach Einschätzung des Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, und des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, könnte durch Waffenlieferungen an die Aufständischen in Syrien das Risiko von Anschlägen in Europa wachsen. Sie reagierten damit auf Äußerungen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, der erklärt hatte, der Hinterhof Europas werde terroristisch und Europa werde den Preis dafür bezahlen, sollten Waffen an die Aufständischen in seinem Land geliefert werden.

Malchow sagte dazu Handelsblatt Online, am syrischen Bürgerkrieg seien Terrororganisationen wie der Dschabhat an-Nusra auf Seiten der Rebellen und die Schiiten-Miliz Hisbollah auf Seiten der Regierungstruppen beteiligt. Nach Informationen des Bundesinnenministeriums kämpften zudem mindestens 50 deutsche Islamisten dort. Die Nachrichtendienste beobachteten penibel die Reisewege von Islamisten aus Deutschland nach Syrien und umgekehrt. Zudem hätten Nachrichtendienste Informationen, wonach von Rebellen erbeutete Waffen außer Landes geschafft würden.

„Diese Gemengelage erklärt berechtigter Weise das Zögern der Bundesrepublik, dort militärische Unterstützung zu leisten“, sagte Malchow. „Es bedurfte also nicht erst der Warnungen des unerträglichen Diktators Assad, um die Gefahr zu erkennen, dass sich aus Deutschland gelieferte Waffen entweder gegen Israel richten oder aber über das Netzwerk Al-Kaida für Terroranschläge in Europa benutzt werden könnten.“

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eines der wichtigsten Themen auf dem G8-Treffen in Nordirland, das am Montag begann. Während Länder wie die USA, Großbritannien oder Frankreich die Rebellen mit Waffen versorgen wollen, ist Russland strikt gegen einen derartigen Schritt und unterstützt seinen langjährigen Verbündeten Assad weiter.

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  • Wartet mal ab wie das Strafmaß für die NSU Morde verhängt wird und Frau Zschäpe nicht das bekommt was die Opferangehörigen und gleichgesinnten fordern. Dann brennt Deutschland auch und es wird zu extremen Ausschreitungen kommen.

  • Die haben beim G 8 Gipfel doch tatsächlich die vielen leeren Läden die Schaufester für 2.000.000 beklebt damit es gut aussieht. Bei Honecker war es im Osten früher auch so, der war doch gar nicht dabei?
    alles-schallundrauch.blogspot.de

  • Ich versteh auch nicht recht, woran unser Interesse an einer Destabilisierung des Nahen Ostens liegt. Zumal nach jeder Revolution fundamental islamistische Gottesstaaten drohen.

    Die USA, GB und Frankreich haben ein Problem mit nicht willigen Regierungen in dieser Gegend, wie man am Beispiel Iran sehen kann. Aber diese Länder sind Kriegsführer. Da sollten wir als friedliches Deutschland weiter neutral bleiben.

    Bündnistreue kann wohl kaum bedeuten, dass wir uns an willkürlichen Angriffskriegen der USA beteiligen. Zumal die "Krisengebiete" immer näher an Europa heranrücken.

    Da soll unser großer Friedensnobelpreisträger seinen "Peacemaker" auspacken, angreifen und umbringen wen er will - aber ohne uns.

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