Angst vor Terroranschlägen: CSU will Gotteskrieger inhaftieren

Angst vor Terroranschlägen
CSU will Gotteskrieger inhaftieren

Nach den Frankreich-Anschlägen wächst in Deutschland die Terrorangst. Die CSU fordert ein hartes Durchreifen gegen selbst ernannte Gotteskrieger. Ihre Zahl wächst auch hierzulande. Sie gelten als extrem gewaltbereit.
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BerlinNach den Terrorakten in Frankreich will die CSU den staatlichen Maßnahmenkatalog gegen islamistische Gefährder in Deutschland drastisch verschärfen. „Gefährder, die als kampferprobte Dschihadisten nach Deutschland zurückgekehrt sind, sind ein nicht hinzunehmendes Sicherheitsrisiko und deshalb zu inhaftieren. Das Schutzbedürfnis der Bürger hat in solchen Fällen Vorrang vor dem Freiheitsbedürfnis von Gotteskriegern“, sagte der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Uhl erinnerte daran, dass bereits im Grundgesetz stehe, dass Menschen, die das friedliche Zusammenleben der Völker störten, mit Haft zu bestrafen seien. Von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte er deshalb, in dieser Hinsicht die Rechtslage zu prüfen und gegebenenfalls eine Gesetzesverschärfung vorzuschlagen. „Sollte nach Auffassung des Bundesjustizministers eine Inhaftierung mit geltendem Strafrecht - Paragraf 80 und andere - nicht möglich sein, hat er unverzüglich einen geeigneten Gesetzesvorschlag zu machen.“

Uhl äußerte sich vor dem Hintergrund, dass die Zahl der sogenannten Gefährder in Deutschland von einem Rekordstand zum nächsten klettert: 260 solcher Extremisten, denen ein Anschlag wie in Frankreich zuzutrauen ist, führen die Behörden inzwischen auf ihren Listen. Es ist ein drastischer Anstieg: Vor einigen Jahren musste sich das Bundeskriminalamt (BKA) noch um 80 bis 90 Gefährder kümmern.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in der „Bild am Sonntag“ mit Blick auf die hohe Zahl der Gefährder in Deutschland: „Ich habe große Sorge vor gut vorbereiteten Tätern wie in Paris, Brüssel, Australien oder Kanada. Das macht den Ernst der Lage aus.“ 550 Menschen seien aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien und den Irak ausgereist. 150 bis 180 seien zurückgekehrt, bei 30 handele es sich um kampferprobte Fundamentalisten, erläuterte der Minister.

Kommentare zu " Angst vor Terroranschlägen: CSU will Gotteskrieger inhaftieren"

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  • aich verstehe nicht warum man diese Massenmörder in den Medien des öfteren Gotteskrieger nennen. Es sind Terroristen, die sich bequem eine Religion zurechtfummeln, damit man sie Mörder, Terroristen, Menschenräuber und Vergewaltiger nennt.
    Es wäre schön,,wenn sich Presse und Anverwandte mal einen anderen Ausdruck dafür einfallen lassen würden, z.B. Sektenterroristen o.Ä.

  • Gefährder und andere Islamisten
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    „Gefährder, die als kampferprobte Dschihadisten nach Deutschland zurückgekehrt sind, sind ein nicht hinzunehmendes Sicherheitsrisiko und deshalb zu inhaftieren.

    Diese gewaltbereite Islamisten müssen daran gehindert werden, dass sie überhaupt nach Deutschland zurückkehren können.
    In diesem Sinne ist die Forderung der CSU vollkommen richtig!
    Natürlich sind die SPD, die Grünen und die Linke dagegen. Die Hassprediger und Attentäter sind ja ihre Klientel. Das ist für sie "gelebtes Multi-Kulti".
    Sie sehen ihr Feindbild woanders, nämlich bei der AfD und Pegida.

  • So ein Gesetz sollte schon lange durchgesetzt werden!!!!

    Es kann doch nicht sein, dass wir zulassen, dass MÖRDER frei in unserem Lande herumlaufen und weitere Taten nun bei uns planen! Wahrscheinlich auch noch Arbeitslosengeld kassieren!

    Ich fasse es nicht, dass wir darüber noch debattieren müssen. Auch muüssen die Salafisten verboten werden!
    Daraus resultiert doch der meiste Hass und vor allem die meisten Terroristen!!!!!

    Dann wünsche ich mir, dass wir endlich offen darüber reden können, dass eine Religion, die so viel Hass weltweit verbreitet, total fehlgeleitet ist!

    Da sollten sich endlich die Religionsführer Gedanken machen und öffentlich mal klarstellen was der Islam von seinen Gläubigen erwartet!

    Ständig hört man, wie die jungen Leute doch geistig wohl nicht rege wären und deshalb "Rattenfängern" folgen!

    Das stimmt einfach nicht und die Schuld dafür, wenn diese Typen die Schule für überflüssig halten, tragen nicht wir sondern diese Typen selbst!

    Es ist einfach ein Feindbild für Versagen zu finden! Das toben sie dann in Mord- und Totschlag aus!

    Ich erwarte jetzt von der Regierung eine zügige und straffe Vorgehensweise gegen sogenannte "Gefährder"!!!!

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