Anne Will
„Sind wir nicht alle ein bisschen Guttenberg?“

Das Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg macht auch vor „Anne Will“ nicht halt. Doch die TV-Talkerin enttäuschte mit einer farblosen Debatte: Sie hatte kaum Guttenberg-Kritiker eingeladen, sondern bloß Gutti-Fans.
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BerlinEigentlich erwartet man mittwochabends in der ARD zurzeit keine aktuell-politischen Diskussionen. Gestern aber hatte Anne Will tatsächlich die erste Talkshow zum Medien-Topthema des Karl Theodor zu Guttenberg-Comeback-Versuchs (zumindest davon abgesehen, dass am Dienstag in Sandra Maischbergers "Droht die Ökodiktatur?"-Diskussion auch des Ex-Ministers Vater Enoch zu Guttenberg gastierte...).

Um den Sendungstitel "Guttenbergs Comeback - vorerst gescheitert?" bis zum Fragezeichen mit Leben zu füllen, war Wills Runde jedoch klar fehlbesetzt. Außer "Stern"-Journalist Hans-Ulrich Jörges befand sich gar kein Gegner des Freiherrn darin. 

Der bedächtige CSU-Politiker Michael Glos hantierte zwar etwas unglücklich mit den Begriffen "Schauspieler" und "blendend", wollte aber - anders als bekanntlich so einige Parteifreunde derzeit - kein böses Wort über Guttenberg verlieren. Medienwissenschafts-Professor Norbert Bolz nannte den Ex-Verteidigungsminister geradezu überschwänglich den "seit Ewigkeiten ersten charismatischen Politiker, den wir in Deutschland hatten"; daher habe er eine "sehr hohe Fallhöhe" besessen und auf der Linken Angst ausgelöst. Weil Will fast vollständig darauf verzichtete, den Redefluss ihrer Gäste zu begrenzen, fuhr Bolz ungebremst fort, dass andererseits das Plagiat der Doktorarbeit Betrug bleibe, "Plagiat ist eine Todsünde - in der Welt der Wissenschaft". Aber Linken würden solche Sünden viel leichter vergeben als Rechten - so in etwa Bolz' komplex professorales Gedankengebäude, aus dem jedenfalls jede Menge Sympathie für den Freiherrn sprach.

Da wollte Michael Spreng, einst Edmund Stoibers Bundestags-Wahlkampfleiter und längst vor allem als Talkshowgast bekannt, nicht nachstehen und formulierte erheblich prägnanter: "Wenn wir ehrlich sind, sind wir ja alle ein bisschen Guttenberg". Wir alle hätten ihn "zu einem Popstar gemacht".

Kommentare zu " Anne Will: „Sind wir nicht alle ein bisschen Guttenberg?“"

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  • Jörges ist so im Windschatten der 68iger groß geworden.
    Ein richtiger 68iger ist er nicht vom Alter her, er hat so die Ausläufe mit erlebt.
    Das kommt bei ihm noch durch und außerdem ist er extrem links.
    Aber wie er sich da gestern benommen hat, das war schon hammerhart.
    Das war ein rein diktatorisches Gehabe, aber klar, die Linken sind nichts anderes als Diktatoren

  • Bingo.
    Es ist ja auch komisch, dass nur auf Guttenberg derart eingedroschen wird.
    Von den anderen Politikern, die ihre Dr.-Arbeiten gefälscht haben, hört man nichts mehr. Sie sind aber im Gegensatz zu Guttenberg, alle noch in ihren Ämtern.
    Sehr merkwürdig.
    Mit welchem Maß wird da also gemessen?
    Wer hat so ein Rieseninteresse daran, Guttenberg platt zu machen und warum?

  • Recher Terror? Nur weil man auch Mißstände der verfehtlen Zuwanderungspolitik benennt?
    Wenn also prmanet Deutsche ins Koma geprügelt werden oder mit dem Messer niedergestochen, wenn Ehrenmorde passierne udn man das kritisiert, ist das Nazi?
    Also da fällt mir nichts mehr zu ein.
    Sie sind offensichtlich ein strammer Grünr also ein Antideutscher oder irgendwie von einem andferen Stern
    Ich würde allen solchen wie Ihenn raten, ziehen Sie mal in solche Türkenghettos bevor Sie ständig Nazi schreien, nur weil bei usn mal Kritik aufkommtQN6

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