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Annette Schavan im Interview: „Meine Dissertation ist kein Plagiat“

Das Plagiatsverfahren gegen Bundesbildungsministerin Schavan steht vor der Entscheidung. Noch immer ist sie von ihrer Unschuld überzeugt. Nicht nur bei diesem Thema muss sie noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Annette Schavan: Ihre Plagiatsaffäre ist auch politisch eine Belastung. Quelle: dpa
Annette Schavan: Ihre Plagiatsaffäre ist auch politisch eine Belastung. Quelle: dpa

BerlinFrau Ministerin, hatten Sie wegen des Verfahrens der Uni Düsseldorf vergangene Woche Angst um Ihr Amt?

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Schavan: Nein. Ich hatte in den acht Monaten ja Gelegenheit, mit vielen Fachwissenschaftlern über die Plagiatsvorwürfe zu sprechen. Ich habe mich auch selbst, im Zusammenhang mit meiner schriftlichen Stellungnahme, noch einmal eingehend mit meiner Arbeit beschäftigt. Auch damit, wie sie vom Zettelkasten über das handschriftliche Manuskript bis zum Abtippen entstanden ist. Das hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass meine Dissertation kein Plagiat ist. Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden.

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Die Bildungsministerin sieht in Plagiatvorwürfen auch Chancen für die Wissenschaft.

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Aber Sie können doch ausgerechnet als Wissenschaftsministerin nicht im Amt bleiben, wenn Ihnen Ihre Universität den Doktorgrad entzieht.

Als Journalist wissen Sie, dass die gefährlichsten Fragen jene mit einem „Wenn“ sind. Und dass man sie nicht beantwortet. Aber ich werde kämpfen.

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So oder so - der Fall schadet der Union. Deshalb kann man den Parteifreunden der Bildungsministerin nur raten: Sie müssen sich zurückhalten, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Ein Kommentar.

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Sie wollten mit einer Grundgesetzänderung durchsetzen, dass der Bund dauerhaft Hochschulen finanzieren darf. Am Donnerstag haben sich die Bundesländer dagegen gewandt. Was war Ihre Intention?

Wir wollen die Verfassung ändern, um die Hochschulen in Zukunft finanziell stärken zu können. Die Wissenschaftsminister der Länder wissen um den Wert dieses Vorschlags. Einige Kultusminister aber versuchen, die Situation zu nutzen, um auch Geld für die Schulen herauszuholen. Darüber gibt es aber keinen Konsens unter den Ländern. Deshalb sage ich: Lasst uns jetzt tun, was möglich ist. Wenn wir damit warten, schaden wir den Hochschulen und den Studierenden.

Sie wollen bei den Schulen hart bleiben?

Darum geht es nicht. Der Bund finanziert ja schon eine Reihe von Projekten, die den Schulen zugutekommen. Ich habe den Ländern eine Lehrerbildungsoffensive angeboten. Damit dieses Programm starten kann, müssen die Länder nur ihre 16 Lehrer-Abschlüsse gegenseitig anerkennen. Das kostet kein Geld und könnte sofort passieren. Wir sind also schon präsent, übrigens auch in der beruflichen Bildung. Aber wer bei Schulen weiter gehen will, muss einen realistischen, unter 16 Ländern konsensfähigen Vorschlag machen. Den sehe ich bisher nicht.

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