Anonyme Bombendrohung
Terrorangst führt zu etlichen Fehlalarmen

Die Terrorangst nach den fehlgeschlagenen Anschlägen auf Züge in Deutschland lässt die Zahl der Bombenalarme auf Bahnhöfen und anderen Orten in die Höhe schnellen. Unterdessen wird die Videoüberwachung ausgeweitet.

HB FRANKFURT. In Koblenz, Ludwigshafen und Bonn sorgten verdächtige Koffer, Taschen und Gasflaschen für Aufregung, was teilweise die Sperrung der Bahnhöfe nach sich zog. In Hamburg wurden am Samstagabend der Hauptbahnhof und Zufahrtstraßen nach einer anonymen Bombendrohung mehr als zwei Stunden gesperrt. In allen Fällen stellte sich die Angst als unbegründet heraus.

Der Hamburger Hauptbahnhof wurde nach Angaben von Bundespolizei und Deutsche Bahn AG gegen 17.50 Uhr geräumt, nachdem ein anonymer Anrufer eine Bombendrohung gemacht hatte. Auch die Zufahrtsstraßen wurden weiträumig abgesperrt. Sicherheitsexperten von Polizei und Bahn durchsuchten daraufhin das Bahnhofsgelände, konnten aber nichts Verdächtiges finden. Die Sperrung wurde um 20.02 Uhr aufgehoben. Für die Dauer der Maßnahmen war der gesamte Nah- und Fernverkehr am Hauptbahnhof komplett eingestellt worden. Nach Bahnangaben waren 77 Züge verspätet, der Verkehr habe sich noch am Samstagabend wieder normalisiert.

In Koblenz wurde am Samstagmittag der Bahnhof für eine Stunde gesperrt, nachdem in einem Regionalzug ein verdächtiger Koffer entdeckt worden war. Der Waggon wurde auf den nahe gelegenen Güterbahnhof gebracht, so dass die Sperrung rasch wieder aufgehoben werden konnte. Nachdem der Besitzer des Koffers schnell hatte ausfindig gemacht werden können, vermutete die Polizei schon früh einen Fehlalarm, was sich nach der abschließenden Durchsuchung des Koffers bestätigte.

Eine verdächtige Tasche führte am Samstagabend zu einer Sperrung des Bonner Hauptbahnhofs. Um 21.10 Uhr beobachtete ein Zeuge einen Mann, der auf dem Bahnsteig der U-Bahn-Station Hauptbahnhof eine Tasche abstellte und anschließend wegging. Die Polizei sperrte daraufhin die U-Bahn-Station, den Bahnhof und das Gebiet davor.

Sprengstoffspezialisten untersuchten die Tasche, fanden darin aber lediglich Damenbekleidung. Schließlich stellte sich heraus, dass die Besitzerin die Tasche am Busbahnhof hatte stehen lassen, wo sie offenbar ein Unbekannter mitgenommen und auf dem Bahnsteig abgestellt hatte.

In Ludwigshafen wurden am Samstag gleich zwei Mal Experten des Landeskriminalamts zum Einsatz gerufen: Wegen eines herrenlosen Koffers musste ein Teil einer Straße für eine Stunde gesperrt werden, rund 20 Anwohner mussten ihr Wohnungen verlassen. Der Koffer wurde mit einer Wasserkanone geöffnet, darin fanden sich aber keinerlei verdächtige Gegenstände. Kurz darauf wurde ein Hinterhof für eine halbe Stunde geräumt, nachdem ein Anwohner einen Mann dabei beobachtet hatte, wie er eine Elf-Kilogramm-Gasflasche abgestellt hatte und dann weggegangen war. Die leere Flasche stellte sich ebenfalls als harmlos heraus.

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