Anpassungsbedarf
Grüne mahnen deutsche Autobauer

Die Fraktionschefin der Grünen, Künast, sieht bei den deutschen Autobauern Entwicklungsbedarf. Trends wie zuletzt das car-sharing sind deshalb Thema der Fraktionsklausur in Hannover. Zu Gast ist dort VW-Vorstand Neumann.
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BerlinDie Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, mahnt die deutschen Autobauer, schnell moderne Konzepte anzubieten: „Umfragen zeigen: 80 Prozent der Unter-30-jährigen können sich vorstellen, in ihrem Leben kein Auto mehr zu kaufen“, sagte Künast dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe).  In den Großstädten steige die Zahl derer, die schon heute Autos nur noch nutzen statt besitzen. „Darauf müssen sich Automobilhersteller frühzeitig einstellen — bevor es Chinesen tun.“

Der „grüne Umbau des Industriestandortes“ ist ein Thema der Fraktionsklausur der Grünen ab heute in Hannover. Zu Gast ist VW-Vorstand Horst Neumann. „Es reicht nicht, nur den Antrieb im Auto auszutauschen. Es geht um neue Mobilitätskonzepte, die den problemlosen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln schaffen“, heißt es in dem Debattenpapier, das dem Handelsblatt vorliegt.

„Die Bahn ist car-sharing-Pionier, daneben haben Daimler, BMW und zuletzt VW Angebote entwickelt.“ Das reicht nicht, meint Künast: „Autobauer wie VW müssen sich mit der Bahn und den Städten zusammen tun und intelligente Konzepte entwickeln: Ein Angebot für die integrierte Nutzung von Bahn, Leihauto, öffentlichem Nahverkehr bis hin zum Leihrad – alles unkompliziert per Handy abgewickelt – das ist die Zukunft.“ Das würde nicht nur den Standort Deutschland interessanter machen, sondern „könnte sich auch zum Exportschlager entwickeln – wenn wir schnell genug sind.“

Für integrierte Mobilität und intelligenten Stromnetze sei eine „Revolution der digitalen Vernetzung“ nötig. Bedingung sei, endlich ein flächendeckendes Breitbandnetz einzurichten und die Hochleistungsnetze wie V-DSL zügig auszubauen. „Dazu müssen wir die Anbieter verpflichten, jedem Nutzer eine Basisversorgung anzubieten“, fordert Künast. Der Bund müsse die Netze entlang der Fernstraßen zugänglich machen und Druck auf die Bahn ausüben, damit diese ihr Schienennetz als Teil der Infrastruktur einbringt. Um die nötigen Innovation zu beschleunigen, wollten die Grünen Forschung in Unternehmen bis 250 Mitarbeiter steuerlich fördern. e Forschungsförderung für Unternehmen bis 250 Mitarbeiter.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Gerade weil die Automobilindustrie so wichtig für Deutschland ist, ist es ja richtig was die Grünen sagen. Die Zeiten für SUV`s sind auf jeden Fall endlich...

  • Vielleicht sollte sich die Gute Frau Künast erst mal kundig machen , wie viele Arbeitsplätze direkt und indirekt vom Automobilbau abhängig sind !
    Gerade sie hat uns noch nie im dunkeln darüber gelassen, das sie genau diese Arbeitsplätze vernichten will , wie sie neue schaffen will , weis sie sicher selber nicht !

  • Wenn es eine Nachfrage gib , gibt es auch ein Angebot .
    Es gibt keine Nachfrage !

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