Anschläge auf Asylsuchende Gewalt gegen Flüchtlinge alarmiert Bundesregierung

Asylsuchende werden zunehmend Ziel von Gewalttaten: In mehreren Städten gingen am Wochenende Schläger auf Flüchtlinge los. Die Kommunen sind besorgt und fordern Gegenmaßnahmen. Und auch die Bundesregierung schlägt Alarm.
Update: 02.11.2015 - 14:51 Uhr 135 Kommentare
Am Wochenende sind mehrere Flüchtlinge Opfer von Gewalt geworden. Quelle: dpa
Flüchtlingsunterkunft in Hamburg

Am Wochenende sind mehrere Flüchtlinge Opfer von Gewalt geworden.

(Foto: dpa)

BerlinDass Asylsuchende zunehmend Ziel von Gewalttaten werden, haben die Sicherheitsbehörden schon länger registriert. Am Wochenende allerdings erreichte die Gewalt einen neuen Höhepunkt. In mehreren Bundesländern gingen Schläger auf Flüchtlinge los, und es wurden wieder Asylbewerberheime in Brand gesteckt. Die Bundesregierung sieht die Entwicklung mit großer Besorgnis.

Bis Ende vergangenen Monats habe es 600 Straftaten gegen Asyl-Unterkünfte gegeben, teilte das Bundesinnenministerium mit. Rechtsmotivierte Täter seien für 543 dieser Taten verantwortlich. Dabei gehe es teilweise um Tötungsdelikte, Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffanschläge. Auch hier gebe es einen erheblichen Anstieg. „Insofern sehen wir dieses Thema mit erheblicher Sorge“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Städte- und Gemeindebund fordert Konsequenzen aus den jüngsten Anschlägen auf Asylsuchende am Wochenende. „Es ist Aufgabe der Polizei, gemeinsam mit den Kommunen die Sicherheitskonzepte zu verbessern, um Flüchtlingsunterkünfte wirkungsvoller schützen zu können“, sagte Städtebund-Geschäftsführer Gerd Landsberg dem Handelsblatt. „Das setzt allerdings voraus, dass die Länder die Polizeikräfte verstärken und die Kommunen finanziell so ausstatten, dass auch sie zusätzliches Personal für diese wichtige Aufgabe einstellen können.“

Landsberg verlangt zudem von der Politik eine deutliche Reaktion darauf, dass angesichts der Flüchtlingskrise auch zunehmend politische Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene ins Visier von Extremisten geraten. „Wir fordern eine Verschärfung der einschlägigen Strafrechtsvorschriften und die Einführung eines Straftatbestandes „Stalking von Mandats- und Entscheidungsträgern“, da zunehmend auch Kommunalpolitiker bedroht und eingeschüchtert werden“, sagte Landsberg. „Darauf muss insbesondere auch die Bundespolitik nicht nur mit Empörung und Betroffenheit, sondern mit konkreten Maßnahmen reagieren, das heißt: aufklären, verfolgen und bestrafen.“

Bei brutalen Anschlägen auf Asylsuchende waren am Wochenende mehrere Syrer verletzt worden. In Magdeburg und Wismar griffen jeweils größere Gruppen von Unbekannten Asylbewerber aus dem Bürgerkriegsland an - zum Teil mit Baseballschlägern.

In Jena wurde ein 27-jähriger Syrer am Sonntagmorgen von drei Männern an einer Straßenbahnhaltestelle zusammengeschlagen, wie die Polizei mitteilte. Anschließend seien sie unerkannt geflüchtet. Das Opfer erlitt den Angaben nach leichte Verletzungen, die in der Notaufnahme behandelt wurden.

Bei einem Anschlag auf eine Asylbewerberwohnung in Freital bei Dresden wurde ein Mann leicht verletzt. Der 26 Jahre alte Syrer habe Schnittwunden an der Stirn erlitten, als in der Nacht zum Sonntag vor seinem Schlafzimmerfenster eine Sprengladung explodiert sei, teilte die Polizei mit. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei „sehr wahrscheinlich“. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte den „feigen und kaltblütigen Angriff“ auf Schutzsuchende aufs Schärfste.

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135 Kommentare zu "Anschläge auf Asylsuchende: Gewalt gegen Flüchtlinge alarmiert Bundesregierung"

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  • Es ist sehr traurig, dass es soweit kommen muste.Aber jede Kritik an der massenhaften Zuwanderung und/oder Frau Merkel wird als "rechtsextrem" angesehen. Man wagt kaum zu sagen,
    was man und viele andere denken. " Sie sind nun mal da" Wir - also Frau Merkel - die Gutmenschen-das Volk - schaffen das. Ist das so ? Die Armut in Bayern steigt - spielen die Ausgaben für unser Volk keine Rolle ? Wer weiss denn, wie alles in 1 oder 5 Jahren aussieht.
    Die Reaktionen einiger Länder in "Europa" sind erschreckend - aber wurden auch durch Frau Merkel provoziert. "Rechtsruck". Eine zahlenmässige Begrenzung wäre sinnvoll - wenngleich jetzt kaum mehr durchzusetzen- Das Volk sollte aber wissen : WAS kostet es pro Jahr.
    G.soballa

  • So grotesk es auch klingen mag, viele Flüchtlinge darunter auch Kinder sind auf der Flucht gestorben...... gerade weil unsere Grenzen offen sind !!!
    -
    Würden sie wissen das es ohnehin keinen Weg nach Europa gäbe würden sie sich auch nicht auf eine so gefährliche Reise machen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die USA müssen die multipolare Weltordnung akzeptieren
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    (...)
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    Immer mehr US-Intellektuelle wenden sich vom US-amerikanischen Dogma der US-geführten One World ab. Washingtons Versagen in Syrien und anderen Ländern der Region trägt dazu bei.
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    Von Henry Paul
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    Die USA haben offensichtlich ihre One-World-Superkräfte eingebüßt. Am Sichtbarsten wurde das durch die Weigerung der USA, mit Russland zusammen gegen den Islamischen Staat vorzugehen. Schon die Weigerung, zusammen mit Frankreich, Deutschland und Russland das Ukraine-Problem zu lösen, hat der Welt gezeigt, dass es mit der Super-Power der USA nicht mehr weit her ist.
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    Gerüchten nach hat Putin den USA eine geheime Vereinbarung und ein geheimes Treffen auf allerhöchster Ebene vorgeschlagen, um den Islamischen Staat zu bekämpfen. In Washington hat niemand auf dieses Angebot reagiert.
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    Der Professor Stephen Cohen (Universität Princeton) glaubt, dass die USA langsam aber sicher einsehen müssen, dass die Idee der One World ein Phantasma ist und keine reale Politik.
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    Er bezieht sich auch auf Henry Kissinger, der gesagt haben soll, dass die Welt in Unordnung ist und man generell in eine neue Weltordnung des Friedens eintreten solle, die ein multipolare Welt und keine unipolare Welt sein sollte. Gerade im Nahen und Mittleren Osten könne man dieses Scheitern der unipolaren Versuchswelt beobachten. Die Vereinigten Staaten von Amerika sollten sich von ihrer arroganten Idee der Alleinherrschaft zurückziehen – und er, Kissinger, müsse das mit starkem Bedauern sagen.
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    Cohen fügt an, dass die Welt schon immer differenziert an- und ausgelegt war und dass es keine One World gibt.
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    Putin hat durch seine rationale und kluge Politik die Welt vor einem Desaster gerettet. Die USA-Arroganz-Follower müssen jetzt alle zurückrudern. Denn sonst entsteht der neue totale Vernichtungskrieg.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Was ich an Putin schätze, ist das Hochhalten europäischer, ja sogar traditionell christlicher Werte, und das Festalten an der russisch-europäischen Kultur.
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    Er lässt sich also zumindest nicht in die talmudisch-satanisch 'Kulturmarxistische Agenda', d.h. die gesellschaftszerstörerische 'Political Correktness' der 'Frankfurter Schule', der Herren Horkheimer, Marcuse, Adorno, Mitscherlich, Fromm, Gramsci und Konsorten einspannen.
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    Allein dafür gebührt ihm unser Dank.
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    Vielleicht ist es ja wirklich Putin, der uns Europäern irgendwann (hoffentlich in naher Zukunft) den Arsch rettet.

  • Illner-Talk : Die peinlichste Ausrede von US-General Ben Hodges
    -
    Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht – und die USA sind gerade einmal bereit, einen winzigen Bruchteil davon aufzunehmen. Noch nicht einmal 10.000 Syrern wurde bisher der Eintritt in die Vereinigten Staaten Asyl gewährt.
    ----
    US-General Ben Hodges, komplett in Militär-Uniform gekleidet und mit einer beeindruckenden Anzahl von Orden an der Brust, stiehlt sich mit einer peinlichen Ausrede aus der Verantwortung: Sein Land habe 4,5 Milliarden Dollar für Hilfsorganisationen vor Ort bereitgestellt. Das müsse reichen – er glaube aber fest daran, dass Europa mit den Flüchtlingen zurechtkomme.

  • Provokation bei Illner-Talk
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    Lafontaine macht USA für Flüchtlings-Krise verantwortlich!
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    Genau das ist es...er spricht die Wahrheit aus, die keiner von unseren Politikern über ihre Lippen kommt.
    -
    Die USA sind schon 4 Jahre in diesem Raum und haben dort selbst die IS aufgebaut und gefördert....also, wer sonst soll schuldig sein !?!?
    ---------------------- und übrigens --------------------------

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten
    -
    Syrien: US-Allianz fliegt Terroristen aus, um sie vor Russen zu schützen
    -
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 01.11.15 11:16 Uhr |
    -
    Die USA sollen über ihre Verbündeten IS-Terroristen aus Syrien evakuiert haben. Offenbar will die US-Regierung verhindern, dass die IS-Kämpfer den Russen in die Hände fallen. Die Entsendung von 50 US-Elitesoldaten dient offenbar auch dem Rückzug vor den Russen.
    ---------------------------------------------------------------------------------
    Wenn jetzt nicht alles klar ist....wann dann ???

  • Gibt es eine erhöhte Kriminalität unter Flüchtlingen?
    „Es gibt keine Zahlen, die dieses Vorurteil bestätigen würden“, sagt Jörg Radek, der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP).
    Es wird diese Zahlen wohl geben. Aus HB:
    -Zum Stichtag 30. Juni 2015 lebten in Sachsen nach Angaben der sächsischen Staatskanzlei 22.154 Asylbewerber...
    Im Jahr 2014 sind demnach in der polizeilichen Kriminalstatistik des Freistaates 7.495 Straftaten erfasst worden, bei denen Asylbewerber als Tatverdächtige ermittelt wurden. 3.656 dieser Straftaten seien 368 Mehrfach- und Intensivtätern zuzuordnen, die damit für fast die Hälfte (49 Prozent) aller durch Asylbewerber begangenen Straftaten verantwortlich sind.- (HB Ende)
    Im Jahr 2014 lebten, nach dem Ansturm von 2015, also weniger als 22154 Asylbewerber in Sachsen. Auf diese kommen 7.495 Straftaten. Gut, auf diese weniger als 22154 Asylbewerber kommen 368 Mehrfach- und Intensivtäter. Bleiben für die weniger als 22154 Asylbewerber 3839 Straftaten, 1 Straftat auf ca 5 Asylbewerber. Unter 60 Asylbewerbern ist ein Intensivtäter, insgesamt kommt auf (weniger als) 3 Asylbewerber 1 Straftat.
    Und da wird sicher noch viel vertuscht.
    Auch bundesweit hat die Zahl der Straftaten von Asylbewerbern stark zugenommen. Im Jahr 2013 listete die Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamts noch 32.495 Taten auf, ein Jahr später waren es schon 53.890 Taten. Besonders drastisch fällt der Anstieg bei Delikten wie Diebstahl (2013: 9.421; 2014: 16.066) und bei Körperverletzungen (2013: 5.172; 2014: 8.994) aus. Stark zugenommen haben auch Delikte wie Gewalt- und Straßenkriminalität sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt.
    (Aus: Die Welt)
    Etwas mehr als sechs Millionen Straftaten wurden 2014 in Deutschland begangen – so viele wie seit fünf Jahren nicht. Besonders die hohe Ausländerkriminalität... bereiten Behörden Sorgen.
    Dh.(wohlgemerkt incl. Ausänderkriminalität) kommen Deutschlandweit 1 Straftat auf 13 Bürger.Weniger als ein Viertel als bei Asylbewer

  • Ja, die Gewalt von Zuzugswilligen Fachkräften gegen Einheimische Mitbürger wird verschwiegen. Ein od. Zwei Vergewaltigungen werden erwähnt, wenn es gar nicht anders geht. Neulich wurden minderjährige Mädchen belästigt. Es ließ sich nicht vertuschen, das es Asylsuchende waren. Ansonsten immer schön wegschweigen.
    Und eine erhöhte Kriminalität gibt es ja sowieso nicht unter Flüchtlingen, so wurden wir doch vor wenigen Tagen im HB belehrt.

  • @Thomas Albers:

    Was quatschen denn Sie da für ein pauschales Blöd-Bla-Bla??

    Ich habe keine Lust darauf, dass Sie den Sinn meiner Kommentare mit Ihrem nichtssagenden Diffamierungs-Grundrauschen verfälschen, entstellen und entwerten.

    Und besser noch: Suchen Sie sich eine Arbeit, auf die Sie stolz sein können.

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