Anschläge auf Großveranstaltung

Der Rucksack soll nicht zum Mordwerkzeug werden

Mit Rucksack aufs Volksfest oder zum Konzert – das könnte bald tabu sein. Doch auch bei einem Rucksackverbot, wie es etwa für das Münchner Oktoberfest diskutiert wird, bleiben Großevents Risikoveranstaltungen.
Sind Taschen und Rucksäcke hier bald tabu? Quelle: dpa
Oktoberfest in München

Sind Taschen und Rucksäcke hier bald tabu?

(Foto: dpa)

WackenWie schützt man 75.000 Menschen vor einem Terroranschlag? Vor der schwierigen Aufgabe stehen die Organisatoren des größten Heavy-Metal-Festivals der Welt in Wacken. Kommende Woche werden Zehntausende in das 1800-Seelen-Dorf in Schleswig-Holstein strömen – die Vorbereitungen laufen auf Hochrouten.

Auf einer Fläche so groß wie 270 Fußballfelder stampfen Monteure derzeit eine Zeltstadt aus dem Boden. Doch selten war das Thema Sicherheit rund um Konzerte, Festivals und Volksfeste in Deutschland so brisant wie derzeit – nach dem Anschlag von Ansbach.

„Im Namen Allahs“
IS reklamiert Anschlag für sich
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Die IS-Miliz hat nach einer Meldung der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Amak den Selbstmordanschlag von Ansbach für sich reklamiert. Der Attentäter sei Aufrufen gefolgt, Länder anzugreifen, die an der Allianz zur Bekämpfung des IS beteiligt seien, meldete Amak am Montag.

Hinweise auf islamistischen Hintergrund verdichten sich
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Nach dem Anschlag von Ansbach verdichten sich nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Auf dem Handy des Täters hätten Ermittler ein Video gefunden, in dem dieser einen Terroranschlag „im Namen Allahs“ gegen Deutsche androhe, sagte Herrmann am Montagnachmittag in Nürnberg.

„Racheakt“ angekündigt
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Der Mann habe in dem Video unter anderem „einen Racheakt“ gegen Deutsche angekündigt, „weil sie sich dem Islam in den Weg stellen“, sagte Bayerns Innenminister Herrmann unter Berufung auf eine erste „provisorischen“ Übersetzung des auf Arabisch erstellten Videos. Für ihn sei damit „unzweifelhaft“ erwiesen, dass es bei dem Geschehen „um einen Anschlag, um einen Terroranschlag mit entsprechend islamistischem Hintergrund“ handle.

Attentäter bekannte sich wohl zum IS
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Der 27-Jährige Attentäter soll in dem Video auch seine „Zugehörigkeit“ zum Anführer der Dschihadistenmiliz IS, Abu Bakr al-Bagdadi, bekundet haben, sagte Herrmann. Am Sonntagabend hatte sich ein syrischer Flüchtling mit einer Sprengsatz vor einem Festival in Ansbach in die Luft gesprengt. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Haus, in dem der Attentäter lebte
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Am Montagmorgen durchsuchten die Polizei und die Spurensicherung die Wohnung des 27-jährigen Täters in Ansbach.

27-Jähriger war der Polizei bekannt, unter anderem wegen Drogendelikten
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Nach Angaben der Polizei war der 27-Jährige polizeibekannt. Er sei wiederholt auffällig geworden, unter anderem wegen eines Drogendelikts, sagte Bayerns Innenminister Herrmann. Außerdem wollte sich der Syrer bereits zwei Mal das Leben nehmen und war deshalb psychiatrischer Behandlung. Der Syrer hatte in Deutschland Asyl beantragt, was aber aus unbekannten Gründen vor einem Jahr abgelehnt wurde. Er sollte nach Bulgarien abgeschoben werden.

Bombe sollte auf Musikfestival explodieren
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Laut Tathergang begab sich der Täter am Sonntag zu einem Musikfestival in Ansbach, wo mehr als 2.500 Besucher zu Gast waren. Der Einlass wurde ihm aber verwehrt, da er keine Karte besaß. Wenig später sprengte er sich in die Luft und verletzte damit zwölf Menschen, drei davon schwer. Er selbst kam bei der Explosion ums Leben.

„Für die Sicherheit werden wir ein Maximum an Kontrollen durchführen“, sagt Helge Staack, Leiter des „Wacken Open Air 2016“. Unter anderem werden Rucksäcke und Taschen in diesem Jahr auf dem Festivalgelände verboten. Denn in einem Rucksack war am Sonntagabend die Bombe im bayerischen Ansbach versteckt – zusammen mit scharfkantigen Metallteilen.

Ein 27-Jähriger verletzte damit 15 Menschen. Der Täter hatte Ermittlern zufolge versucht, auf das Konzertgelände zu gelangen, hatte aber zum Glück keine Eintrittskarte.

Der Anschlag sowie die Gewalttaten von München und Würzburg haben eine neue Sicherheitsdebatte in Deutschland ausgelöst – vor allem bei Großveranstaltungen. Die Innenminister von Bund und Ländern verständigten sich bereits am Tag nach dem Anschlag auf eine erhöhte Polizeipräsenz bei bestimmten Veranstaltungen. Zudem sollten Veranstalter prüfen, wie sie Konzepte optimieren und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen können, hieß es.

Nicht nur die „Wacken“-Organisatoren reagierten sofort. Live Nation GmbH will bei ihren Events laut Geschäftsführer Marek Lieberberg künftig zusätzliche Einlasskontrollen durchführen. Die Agentur veranstaltet unter anderem Popkonzerte – Rihanna, Beyoncé und Sting stehen demnächst auf ihren Bühnen.

Oktoberfest-Wirte sind für ein Verbot
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