Anschläge
Deutschland ruft Entwicklungshelfer aus dem Jemen zurück

Deutschland fordert seine Entwicklungshelfer auf, den Jemen unverzüglich zu verlassen. Zuletzt wurde das dortige Verteidigungsministerium attackiert. Die Krisenstufe für Jemen soll erhöht werden.
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Sanaa/BerlinNach dem Anschlag auf das jemenitische Verteidigungsministerium mit mehr als 50 Toten fordert die Bundesregierung Mitarbeiter deutscher Hilfsorganisationen zur Ausreise auf. Bei einer Sitzung des Krisenstabs im Auswärtigen Amt sei beschlossen worden, die Krisenstufe für den Jemen zu erhöhen, sagte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle am Freitag. Bei dem Anschlag am Vortag waren auch deutsche Entwicklungshelfer ums Leben gekommen. Eine radikale Islamisten-Gruppe mit Verbindungen zur Al-Kaida bekannte sich zu dem Selbstmordangriff.

Die Entwicklungshelfer, die im staatlichen Auftrag im Jemen seien, hätten so schnell wie möglich das Land zu verlassen, erklärte die Bundesregierung. Die Botschaft in Sanaa setze ihre Arbeit in einem Notbetrieb fort. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, der Anschlag zeige, wie menschenverachtend die Terroristen handelten und dass diese kein Interesse an einer besseren Zukunft ihres Landes hätten. „Die internationale Gemeinschaft darf deshalb im Kampf gegen den globalen Terror nicht nachlassen.“ Die Bundesregierung werde ihr entwicklungspolitisches Engagement im Jemen unbeirrt fortsetzen.

Bei dem Selbstmordanschlag waren 52 Menschen getötet worden, darunter drei Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Zwei von ihnen waren Deutsche. Der Angriff auf das Verteidigungsministerium sei Teil einer Kampagne gegen die Leitstellen von Drohnen, erklärte die Gruppe Ansar al-Scharia am Freitag über Twitter. Sie gehört zur Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP), dem aktivsten Zweig der radikal-islamischen Organisation. Der Jemen ist Verbündeter der USA im Kampf gegen islamistische Extremisten, die auch mit Hilfe US-Drohnen verfolgt und getötet werden. Die Regierung kämpft zudem gegen Separatisten im Süden und Norden des Landes.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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