Anschläge vom 11. September
15 Jahre Haft für Motassadeq gefordert

Im Hamburger Prozess um die Anschläge vom 11. September 2001 hat die Bundesanwaltschaft erneut die Höchststrafe von 15 Jahren Haft für den mutmaßlichen Terrorhelfer Mounir El Motassadeq gefordert.

HB HAMBURG. „Der Angeklagte Mounir el Motassadeq ist schuldig der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit Beihilfe zum Mord“, sagte Bundesanwalt Walter Hemberger am Dienstag in Hamburg in seinem Plädoyer vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht. Wer ein derartiges Maß an Schuld auf sich geladen habe, könne nur mit der Höchststrafe bestraft werden.

Der Angeklagte, der eine Beteiligung an den Anschlägen bestreitet, nahm die Forderung mit gelassener Miene zur Kenntnis. Motassadeq war bereits 2003 wegen der gleichen Vorwürfe zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil später aber aufgehoben und eine Neuverhandlung angeordnet, weil möglicherweise entlastende Aussagen aus den USA nicht gehört worden waren.

Bei der Vorbereitung der Anschläge vom 11. September hätten die in Deutschland gebliebenen Mitglieder der Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta die Attentäter bis zum Schluss aktiv unterstützt, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Krauß. So seien von Hamburg aus Geldzahlungen auf die Konten der Attentäter geleistet worden und auch „maßgebliche Planungen der Anschläge“ hätten in der Hansestadt sattgefunden. Motassadeq sei „bis zum Schluss in das Geschehen mit eingebunden“ gewesen, sagte Krauß weiter.

Motassadeq habe mit den Geldgeschäften, die er für einen der Todespiloten getätigt habe, „keineswegs nur Hilfe unter Brüdern geleistet“, sagte Hemberger. Bei den Ermittlungen und im Verfahren selbst habe sich der Angeklagte nicht kooperativ verhalten und nur das bestätigt, was man ihm ohnehin habe nachweisen können. Handlungen Motassadeqs wie das Auflösen einer Wohnung im Namen eines Verreisten oder das Überweisen von Geldern, die von der Verteidigung im einzelnen als unter Studenten übliche Freundschaftdienste dargestellt würden, dürfe man nicht isoliert betrachten. Dieser Freundschaftsdienst sei vielmehr als eine Verschleierung der Attentatspläne zu sehen, sagte Hemberger.

Bei den Anschlägen mit entführten Passagiermaschinen in den USA im September 2001 waren rund 3000 Menschen gestorben.

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