Anschlag auf Firma
AfD-Chefin Petry im Visier von Linksextremisten

An Buh-Rufe und abgerissene Wahlplakate sind Politiker schon gewöhnt. Doch einige der Einschüchterungsversuche und Angriffe gehen weit darüber hinaus, wie der Anschlag auf die Firma der AfD-Bundeschefin zeigt.
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BerlinAuf das Leipziger Unternehmen der Vorsitzenden der Alternative für Deutschland, Frauke Petry, ist in der Nacht zum Donnerstag ein Anschlag verübt worden. Bei der Aktion, zu der sich „Autonome“ bekannt haben, wurden die die Scheiben der Produktionshalle zerstört und eine teerähnliche Flüssigkeit und Buttersäure verschüttet.

Ein Anwohner habe drei dunkel gekleidete Personen wahrgenommen, sagte ein Polizeisprecher. Als der Mann laut auf sich aufmerksam gemacht habe, seien die Unbekannten geflüchtet. Inzwischen wurden sechs Personen festgenommen, die dem linken Milieu zugerechnet werden.

Petry sprach bei Twitter von demokratie- und verfassungsfeindlichen Übergriffen der Linken und fragte: „Wo ist der Verfassungsschutz? Wo sind die Innenminister? Wo ist die Demokratie? Wo ist Antiterrorgesetz ggn Autonome?“

Fotos, die die sächsische AfD-Fraktion bei Twitter veröffentlicht hat, zeigen die Folgen des Anschlags:

AfD-Fraktionsgeschäftsführer Uwe Wurlitzer erklärte, der Anschlag sei ein weiterer Beleg dafür, „wie wichtig der politische Kampf der AfD ist, wenn es darum geht, Linksextremismus endlich genauso intensiv straf- und verfassungsrechtlich zu ächten, wie Rechtsextremismus“.

Die Täter begründen ihre Attacke auf die Firma „PURinvent“ mit der sich „drastisch zuspitzenden rassistischen Stimmung in Deutschland“, auf die sie hätten aufmerksam machen wollen. Mit der Wahl Petrys zur AfD-Bundessprecherin und dem Rückzug von Bernd Lucke sei mit einer „weiteren Verschärfung der rassistische Stimmungsmache innerhalb der Partei zu rechnen“.

Die AfD müsse als „Verlängerung der Rassist*innen von Pegida, Legida und co. und der fast täglich agierenden Brandstifter*innen gesehen werden“. Das Bekennerschreiben wurde auf der Internetseite „Indymedia Linksunten“ veröffentlicht.

Das von Petry gegründete Chemieunternehmen im Leipziger Stadtteil Plagwitz hatte Ende 2013 Insolvenz anmelden müssen. Die Politikerin arbeitet dort weiterhin als Geschäftsführerin, sie macht aber derzeit Urlaub in Österreich.

Die AfD war schon öfter Ziel von Übergriffen. Neben der Linkspartei leidet die rechtskonservative Alternative für Deutschland am stärksten unter den Attacken von Extremisten und Wutbürgern. Doch gelegentlich trifft es auch Politiker anderer Parteien – besonders wenn sie sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzen.

Kommentare zu " Anschlag auf Firma: AfD-Chefin Petry im Visier von Linksextremisten"

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  • Jns Großer
    so ist es.
    Während der BuPrä, damals noch Köhler, in Hamburg seine Rede zum Tag der deutschen Einhielt hielt, standen draußen linker Pöbel mit Schildern auf denen stand Nie wieder Deutschland.
    Solche Dinge sind der Presse kein Wot wert

  • Rainer Vogels,
    unserer Politik wird es nicht gelingen, Bürgerkrieg in Deutschland zu verhindern.
    Dafür ist unsere Politik mittlweile zu wei weg vom Volk.
    Ja, wir gehen mehr und mehr in Verhältnisse, wie sie in der Weimarer Republik waren und letztendlich einen Hitler möglich gemacht haben

  • ..."demokratie- und verfassungsfeindlichen Übergriffen der Linken und fragte: „Wo ist der Verfassungsschutz? Wo sind die Innenminister? Wo ist die Demokratie? Wo ist Antiterrorgesetz ggn Autonome?“

    Wo ist der Verfassungsschutz, wo die Innenminister?

    Die haben zur Zeit mit sich selbst genug zu tun. Die sind für alles zuständig, nur nicht für Bürger.
    Tipp: Den Autonomen eine Falle stellen. Dann können die Behörden später ermitteln, das können sie am Besten.

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