Anschlagspläne: Innenminister bestätigt Terrorgefahr für Deutschland

Anschlagspläne
Innenminister bestätigt Terrorgefahr für Deutschland

Das Bundesinnenministerium hat Medienberichte bestätigt, nach denen das Terrornetzwerk El Kaida Anschläge auch in Deutschland plant. Die Kommando-Einheiten bestünden aus Deutschen, Arabern und Tschetschenen berichtet ein deutscher Fernsehsender.
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HB BERLIN. Das Bundesinnenministerium hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge in Deutschland. Den Sicherheitsbehörden seien aber längerfristige Planungen der Extremistenorganisation El Kaida für Anschläge in den USA, Europa und Deutschland bekannt, teilte das Innenministerium am Mittwoch in Berlin mit.

Dies ergebe sich aus Geheimdienstinformationen, die von den Sicherheitsbehörden „mit der gebotenen Sensibilität und Intensität“ auch im Austausch mit internationalen Partnern analysiert und bewertet würden. Die aktuellen Hinweise führten jedoch nicht zu einer veränderten Gefährdungsbewertung.

Geheimdienste haben nach einem Bericht des britischen Senders Sky News zufolge Anschläge auf London sowie Städte in Deutschland und Frankreich vereitelt. Die Anschläge seien von Extremisten in Pakistan geplant worden und hätten die Ziele gleichzeitig treffen sollen, berichtete der britische Sender am Dienstag. Die Pläne seien fortgeschrittenen gewesen, hätten aber nicht unmittelbar bevorgestanden.

Das ZDF will erfahren haben, dass Kommando-Einheiten aus Deutschen, Arabern und Tschetschenen Anschläge in Deutschland und anderen europäischen Ländern geplant hätten. Demnach sollten die Aktionen vom Terrornetzwerk El Kaida in Zusammenarbeit mit einer in Afghanistan und Pakistan operierenden Terrorgruppe gesteuert werden. Das ZDF berichtete ebenso wie amerikanische und britische Medien, die Informationen gingen auf Verhöre eines Deutsch-Afghanen zurück, der seit Wochen von amerikanischen Ermittlern im US-Militärgefängnis Bagram verhört werde.

Der Mann gehört zu einer Gruppe von Hamburger Islamisten, die im März 2009 in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gereist waren, um sich dort in Terrorcamps ausbilden zu lassen.

Das ZDF berichtet, nach Angaben des Deutsch-Afghanen seien mehrere Kommando-Einheiten nach Westeuropa geschickt worden, um dort Anschläge zu verüben. Der Mann habe den Behörden weitere Namen von Hintermännern gegeben, deshalb werde er als glaubwürdig eingeschätzt. Die Anschläge sollten - ähnlich wie in Mumbai (früher Bombay) 2008 - von Straßenkämpfen begleitet werden.

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  • Wow, gibt's jetzt endlich wieder die nächste Runde Volks- u.Freiheitsunterdrückender Gesetzgebung?

    Knechtet uns endlich alle, bis auf die reichen Leistungsbringer...

  • Hoch lebe die inquisition!

    Die ganze Welt schimpft über amerikanische Verhörmethoden; und wer nicht schimpft, will wenigstens keine Details erfahren. Aber wenn ein Gefangener, dem die amerikanischen Ermittler in wochenlangen Verhören die Daumenschrauben angelegt haben, konzertierte Anschläge in England, Frankreich und - oh weh! - sogar in unserem friedliebenden Deutschland ankündigt, die Namen von Hintermännern preisgibt und sogar Horrorbilder von Straßenkämpfen auf der Kö' an die Wand malt, dann schenkt doch der ein oder andere den Ergebnissen der Folter zumindest ein wenig Glauben. Was für eine armselige, kleinmütige und schmierige Vorstellung!

    Ein Glück nur, dass Geheimdienste die Anschläge inzwischen vereiteln konnten. Die Pläne wären schon weit fortgeschritten, hätten aber nicht unmittelbar bevorgestanden. Schwammiger und geheimnisvoller geht es wohl nicht mehr. Wie, bitte schön, wurden denn die Anschläge vereitelt? Wurde jemand verhaftet? Dann wird er doch auch angeklagt werden. Oder ist für die betreffenden schon die Nachbarzelle in bagram reserviert, wo die Folterknechte ihre instrumente wetzen?

    Haben wir aus der hinterfotzigen Vorstellung des Herrn Steinmeier in bezug auf Murat Kurnaz nicht endlich die Lehre gezogen? Wie wenig Rechtsstaat ist Deutschland denn noch, wenn geduldet wird, dass ein deutscher Staatsangehöriger über Wochen hinweg von Amerikanern in Afghanistan "befragt" wird? Hat er nicht das Recht, dass ihm hier ein anständiger Prozess gemacht wird? Und dass wir auch für ihn die Unschuldsvermutung gelten lassen anstatt zuzusehen, wie ausländische, außerordentlich schlecht beleumundete Ermittler ihn in einem Ausland, wo es normalerweise nicht mit rechten Dingen zugeht, in die Gesellschaft von Hexen und Teufeln treiben?

    bevor jetzt jemand einwendet: "Aber er hat doch zugegeben, dass..." frage ich Sie, was würden Sie nicht nach Wochen des Verhörs zugeben, um ihren Schergen zu entkommen?

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