Schweinegrippe: Experte für Verlängerung der Ferien

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Neben allgemeinen Tipps zur Virenabwehr wie dem häufigen Händewachsen, dem Fernhalten der Hände vom Gesicht oder dem sogenannten hygienischen Husten und Niesen regelt in Niedersachsen nun ein gemeinsam von Gesundheits- und Kultusministerium herausgegebener Hygieneplan für Schulen des Landes das Verhalten im Fall von Ansteckungen. Infizierte Kinder dürfen die Schule nicht besuchen. "Wir sind weiter wachsam, aber es besteht kein Grund zu Panik", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Sogenannte Koordinierungsgruppen beobachten die Entwicklung nach Schulbeginn weiter. Falls an einzelnen Schulen gehäuft zu Erkrankungen komme, werde man vor Ort die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Ähnlich verhält es sich in Thüringen, wo ein Erkrankter auf rund 22 200 Einwohner kommt. Auch dort rechnen die Experten damit, dass die Zahl der Betroffenen in den nächsten vier Wochen auch unter Schülern steigen werde. Trotzdem sei die Lage im Moment noch nicht bedrohlich. "Bei uns gibt es aktuell 103 Fälle der Schweinegrippe. Unter den Erkrankten gibt es keine Schulkinder. Es sind überwiegend junge Arbeitnehmer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren", sagt ein Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums. Erst wenn 30 Prozent der Lehrer oder Schüler erkrankt sind, sei der Unterricht gefährdet. In diesem Fall sei es den Gesundheitsämtern und Schulämtern vor Ort überlassen, die Schulen vorübergehend zu schließen.

In Sachsen wird genauso verfahren wie im Nachbarland Thüringen. Die Zahl der infizierten Kinder ist gering. Ingesamt sind im Bundesland 141 Menschen infiziert, ein Kranker kommt auf etwa 30 000 Einwohner. Die Entscheidung, Schulen vorübergehend zu schließen, ist den Gesundheitsämtern vor Ort überlassen.

In Sachsen-Anhalt wird ebenfalls nicht über eine Verlängerung der Ferien nachgedacht. Bis jetzt sind auch dort überwiegend Jugendliche betroffen, die ihren Sommerurlaub in Spanien verbracht haben. Zu Schuljahresbeginn werden sowohl Lehrer als auch Schüler über alle Details der neuen Krankheit informiert. Es sollen Informationsblätter an die Lehrer verteilt werden. In Bremen ging am Montag ein Informationsschreiben des Gesundheitsamtes an die Schulen, das nun allen Lehrer zugänglich gemacht werden soll.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird neben den Informationsmaterialien und den verstärkten Hygienemaßnahmen mittlerweile über eine Verlängerung der Ferien nachgedacht. Im Bundesland sind inzwischen 2 782 Menschen von der Schweinegrippe betroffen, auf 6 800 Bewohner kommt hier ein Infizierter. Das Gesundheitsministerium rechnet damit, dass durch die Reiserrückkehrer gerade in den nächsten Wochen sehr viele Kinder infiziert werden. "Wir prüfen alle Möglichkeiten. Die Schulverlängerung könnte eine Maßnahme sein, die Verbreitung einzudämmen", sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Düsseldorf.

Die Entscheidung zur Schulverlängerung in Nordrhein-Westfalen wird am kommenden Dienstag von einem Expertengremium getroffen werden. In der vergangenen Woche sind schon die Vertreter der Gesundheitsämter in Düsseldorf zusammengekommen, um über mögliche Maßnahmen gegen die Verbreitung zu beraten. "Für uns ist der Schulanfang in den anderen Bundesländern jetzt ein Testlauf. Wir können sehen, wie es sich dort in den ersten Woche entwickeln wird", sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

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