Ansturm nach Online-Umstellung
Abwrackprämie geht rapide zur Neige

Die Online-Umstellung der Abwrackprämie hat auch am zweiten Tag nicht reibungslos funktioniert. Dennoch hielt der Ansturm an. Die Folge: Das jüngst erhöhte Budget könnte schon bald aufgebraucht sein. Viele Händler haben deshalb Angst, zu kurz zu kommen.

HB FRANKFURT. Bis zum Dienstagmittag seien 111 000 Online-Anträge eingegangen, mit denen Autokäufer sich seit Montag die 2500 Euro vom Staat für ihr altes Auto sichern können, teilte das Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) mit, das für die Bearbeitung zuständig ist. Damit gehen die bisher für die Prämie vorgesehenen Mittel von 1,5 Mrd. Euro, die für 600 000 Autos reichen, rapide zur Neige. Noch am Dienstag könnte diese Zahl an Anträgen und Reservierungen erreicht sein, sagte ein Sprecher des Amtes in Eschborn bei Frankfurt.

Am Montag waren auf dem Online-Portal nur einige tausend Autokäufer zum Zuge gekommen, weil der Internet-Zugang mit der Flut von Anfragen nicht fertig wurde. Am Dienstagmorgen gegen 9.00 Uhr verzeichnete das Bafa aber 75 000 Reservierungen. Auch am Dienstag bekamen viele Internet-Nutzer nur einen Hinweis zu sehen, dass das Portal überlastet und daher nicht zugänglich sei. Das Bafa riet, auf die späteren Abendstunden auszuweichen.

Nach dem bis Ende der vergangenen Woche geltenden Verfahren sind nach Angaben der Behörde 435 544 Anträge eingegangen. Musste bis dahin die Verschrottung des alten und die Zulassung des neuen Autos nachgewiesen werden, reicht seit Montag schon der Kaufvertrag, um sich die Prämie zu reservieren.

Viele Käufer und Händler hatten angesichts des erwarteten Ansturms deshalb Angst, zu kurz zu kommen. Um zu erfahren, ob sie noch zum Zuge kommen, müssen sie noch bis Mitte des Monats warten. Die Bundesregierung hat aber grundsätzlich beschlossen, die Prämie bis zum Jahresende zu verlängern und den Topf dafür aufzustocken, voraussichtlich zu den gleichen Bedingungen wie bisher. Konkrete Beschlüsse werden erwartet, sobald die 1,5 Mrd. Euro ausgeschöpft sind.

Nach dem Computerchaos gibt es unterdessen auch eine Datenschutzpanne. Zahlreiche Antragsdaten wurden von den Computern des Bundesamtes in Eschborn versehentlich per E-Mail an andere Antragsteller gesendet, berichteten mehrere Online-Medien am Dienstag unter Berufung auf Leserangaben. Wohnadresse, Fahrzeugtyp des Neuwagens oder auch die Schadstoffklasse seien damit völlig fremden Menschen zugänglich geworden.

Das Online-Portal „bild.de“ berichtete unter Berufung auf das Amt, Ursache der fehlerhaften E-Mails seien nicht synchronisierte Großrechner gewesen. Die Probleme mit dem Zugriff auf das Portal lägen daran, dass Internetprovider mehrere Knotenpunkte gesperrt hätten, weil die Bandbreite nicht ausreichte. Zwischenzeitlich seien die Anbieter sogar davon ausgegangen, dass es sich um einen Computer-Angriff gehandelt habe, weil die hohe Menge der an das Amt gesendeten Daten nicht nachvollziehbar gewesen sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%