Anti-Islam-Demo in Dresden: Pegida sucht den Heilsbringer

Anti-Islam-Demo in Dresden
Pegida sucht den Heilsbringer

Pegida in Dresden hat Probleme, die Massen zu mobilisieren. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders und Großkundgebungen sollen es richten. Zugleich sinken bei manchen die Hemmungen, Andersdenkende zu bedrohen.
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DresdenSommerbräune und die Haare frisch gestutzt: Lutz Bachmann macht einen zufriedenen, selbstsicheren Eindruck. Nach einem Kurzurlaub in Spanien steht der 42 Jahre alte Dresdner Pegida-Chef wieder auf der Bühne und grüßt am Mikrofon befreundete Gruppen in halb Europa. Bachmanns Stimme überschlägt sich.

Mehr als 7000 Menschen haben sich an diesem Ostermontag auf dem Dresdner Altmarkt versammelt. Es sind so viele, wie lange nicht. Seit Monaten schwankt die Anzahl derer, die montags durch Dresden „spazieren“, zwischen nur noch 2500 bis 5000. Noch immer brüllen sie „Volksverräter“ und „Lügenpresse“. Mit gezielten Provokationen – es wird viel öfter über den Islam an sich hergezogen und noch weniger differenziert – bleiben die Zahlen auf einem für Dresden hohen Niveau stabil. Mehr Demonstranten werden es aber nicht.

Die Mobilisierung unter dem Banner der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ist selbst in Dresden, der Wiege der islamfeindlichen Bewegung, nicht mehr so leicht. Das wöchentliche Wachstum auf zuletzt rund 25.000 Teilnehmer Mitte Januar, stoppte abrupt, als Bachmanns rassistische Facebook-Äußerungen bekannt wurden und wenig später enge Mitorganisatoren der Demos Pegida verließen. Davon hat sich das Bündnis bis heute nicht erholt.

Daher versuchen die Organisatoren mit Großereignissen, neue Akzente zu setzen. Am Ostermontag etwa ist Ignaz Bearth da, ein rechtspopulistischer Schweizer Politiker. Er preist die direkte Demokratie als unmittelbaren Volkswillen, schreit „die Bundesrepublik Deutschland ist keine Demokratie, sondern eine Demokratur“ ins Mikro und lässt die Pegida-Anhänger einen „europäischen Rütlischwur“ ablegen.

Viele rechte Hände gehen hoch. Außerdem gibt Bachmann bekannt, dass Tatjana Festerling als Pegida-Kandidatin in den Dresdner Oberbürgermeister-Wahlkampf zieht. Die 50 Jahre alte Unternehmensberaterin ist aus der Hamburger AfD ausgetreten, nachdem sie dort in Ungnade gefallen war. Sie hatte die Gewalt gegen Polizisten auf der Kölner Hogesa-Demo vom Oktober gutgeheißen.

Die politischen Gegner formieren sich – und arbeiten sogar zusammen. Als Reaktion auf die Festerling-Kandidatur geben die drei Kandidaten der etablierten Parteien für das Bürgermeisteramt sogar gemeinsam am Montagmittag eine Pressekonferenz.

Schon am Montag findet die nächste Großkundgebung statt. Geert Wilders, der umstrittene Rechtspopulist und Chef der Partei für die Freiheit aus den Niederlanden, wird auf der Bühne sprechen. Pegida erwartet bis zu 30.000 Teilnehmer – auf einem Open-Air-Areal am Messegelände. Seit Wochen hatte Bachmann ein Geheimnis um den Gastredner gemacht, sprach nur von „einem Politiker vom Rang eines Staatsmannes“.

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  • ,,Zugleich sinken bei manchen die Hemmungen, Andersdenkende zu bedrohen.''
    Seltsamerweise sind PEGIDA demonstartionen immer friedlich, es sei denn die Linksautonomen mischen die Kundgebung auf!!!

    Achso und was ist mit der sinkenden Hemmung von Linksautonomen in Frankfurt, die Polizeiautos anzünden in denen sich Polizisten befinden???

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