Anti-Islam-Proteste: Köln verdunkelt sich gegen „Pegida“

Anti-Islam-Proteste
Köln verdunkelt sich gegen „Pegida“

Licht aus: Als Zeichen gegen islamkritische „Pegida“-Demonstrationen bleiben der Kölner Dom und das Brandenburger Tor in Berlin dunkel. Es gibt bundesweit tausende Gegendemonstranten. Die Debatte versachlicht sich indes.
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Berlin/KölnWenige hundert gegen mehrere Tausend: Das Kräfteverhältnis in der Innenstadt der Rheinmetropole Köln könnte derzeit kaum deutlicher sein. Angesichts tausender Gegendemonstranten hat die anti-islamische Pegida-Gruppierung in Köln am Montag eine Kundgebung nach kurzer Zeit abgebrochen.

Der geplante Gang der zwischen 250 und 500 Menschen großen Gruppe über eine Rheinbrücke zum Dom sei abgesagt worden, berichtete ein Sprecher der Polizei am Rande der Kundgebung. Unter Tausenden Gegendemonstranten brach Jubel aus. Es war ihr ausdrückliches Ziel gewesen, eine Demonstration von Kögida - so nennt sich die Bewegung in Köln - zu verhindern.

Bilder beim Kurznachrichtendienst Twitter zeigen die große Menschenansammlung, die das Gebiet um die Domplatte herum praktisch unpassierbar macht. Dazwischen sorgen Einsatzkräfte der Polizei für etwas Sicherheitsabstand:

Die Kölner Innenstadt bleibt am Montagabend während der geplanten Demonstration der islamkritischen Pegida dunkel: Für mehrere Stunden soll die Außenbeleuchtung des Kölner Doms abgeschaltet werden, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Auch das Rathaus, mehrere Kirchen und weitere historische Gebäude knipsen das Licht aus.

Der Stromversorger Rhein-Energie kündigte an, die Kölner Brücken und die Altstadt für die Dauer der Demo in Absprache mit der Stadt nicht anzustrahlen. Die Industrie- und Handelskammer verdunkelt ihr Treppenhaus in ihrem Hauptsitz in der Innenstadt ebenfalls. Erst wenn der Kölner Pegida-Ableger Kögida seinen Zug durch die Stadt beendet hat, sollen die Lichter wieder angehen.

Die Aktion ist Teil einer Gegenbewegung, die unter dem Motto „Licht aus für Rassisten“ dazu aufruft, während Pegida-Aufmärschen die Beleuchtung von Gebäuden abzuschalten. In Dresden blieb beispielsweise die Semperoper während Pegida-Veranstaltungen dunkel, in Berlin das Brandenburger Tor. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters sprach von einem „deutlichen Denkanstoß an potenzielle Teilnehmer der Demonstration, ihre Haltung und Teilnahme noch einmal zu überdenken“.

Mehrere Tausend Menschen haben am Montagabend auch in Stuttgart gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sprach von einer klaren politischen Botschaft für Integration und gegen Ausgrenzung. „Flüchtlinge sind in Stuttgart willkommen“, versicherte Kuhn. Er sei „froh und stolz“ über die große Zahl der Demonstranten, weil sie zeige, dass in Stuttgart kein Platz sei für Menschen, die andere diskriminierten.

Den Teilnehmern von Pegida-Kundgebungen in anderen Städten rief der Grünen-Politiker zu: „Machen Sie sich nicht zu Mitläufern und zum Handwerkszeug von rechtsradikalen Neonazis.“ Auch in Berlin, Rostock, München und Hamburg fanden sich insgesamt mehrere tausend Gegendemonstranten ein.

Kommentare zu " Anti-Islam-Proteste: Köln verdunkelt sich gegen „Pegida“"

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  • Licht aus, weil man die Mörder ( Islam = Tötet Andersgläubige), die man haben will, nicht sehen möchte oder gibt es fast nur noch Islamgläubige in Deutschland?

  • Ich bin mir sicher, daß das nicht der einzige Polizeibeamte ist, der so denkt:
    http://michael-mannheimer.net/2015/01/05/unfassbar-deutlicher-offener-brief-eines-deutschen-kriminalbeamten-an-bundeskanzlerin-merkel-ihre-politik-gegen-pegida-macht-mir-angst/
    Die Polizisten werden sich hoffentlich auch alle ihren Teil dabei denken, wenn sie bei angemeldeten, völlig legalen Pegida-Demonstrationen nicht entschieden gegen Störer, Blockierer und Nötiger vorgehen DÜRFEN.

  • Ganz Deutschland ist ein Kindergarten oder Irrenhaus und in Berlin ist die Zentrale.

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