Anti-Piraten-Einsatz
Marine-Riese auf dem Weg nach Somalia

Das größte Schiff der deutschen Marine, die „Berlin“, ist zu seinem Einsatz für die EU-Anti-Piraten-Mission Atalanta vor der somalischen Küste aufgebrochen. Der Versorger soll die deutsche Fregatte „Lübeck“ ablösen.
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BerlinDas größte Schiff der deutschen Marine, der Einsatzgruppenversorger "Berlin", ist zu seinem Einsatz für die EU-Anti-Piraten-Mission Atalanta vor der somalischen Küste aufgebrochen. Die "Berlin" legte am Samstagvormittag mit einer 230-köpfigen Besatzung von ihrem Heimatstützpunkt Wilhelmshaven ab, wie ein Marinesprecher sagte. Das 174 Meter lange Schiff unter dem Kommando des Fregattenkapitäns Martin Waldmann soll die deutsche Fregatte "Lübeck" ablösen, die seit Anfang Dezember vor der somalischen Küste im Einsatz ist. Die Reise dorthin dauert zwei Wochen.
Die "Berlin" wird nach Angaben der Marine in erster Linie nicht als Versorger, sondern als Kampfschiff eingesetzt und verfügt demnach über die Fähigkeiten einer Fregatte. An Bord der "Berlin" befindet sich auch ein sogenanntes Marineeinsatzrettungszentrum, mit dem eine medizinische Versorgung auf dem Niveau eines Kreiskrankenhauses gewährleistet sein soll. Für den Einsatz befinden sich zudem auf der "Berlin" Teams, die Piratenboote aufbringen können, Einheiten, die an Bord gefährdeter Frachtschiffe mitreisen sollen, und zwei Bordhubschrauber.
Die Anti-Piraten-Mission Atalanta soll in den Seestraßen vor Somalia insbesondere die humanitären Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms (WFP) sichern und zivilen Handelsschiffen eine sichere Fahrt ermöglichen. Deutschland beteiligt sich seit Dezember 2008 an der Mission, zuletzt verlängerte der Bundestag das Mandat Anfang Dezember.

In der EU wird derzeit über eine Ausweitung des Einsatzplans und der Einsatzregeln der Mission beraten. Ziel ist, Piraten nicht nur wie bislang auf hoher See, sondern auch am Strand bekämpfen zu können. Die Pläne sind aber umstritten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anti-Piraten-Einsatz: Marine-Riese auf dem Weg nach Somalia"

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  • Ich will es vorsichtig formulieren…

    Da wir in der Politik nur Pfeifen haben,
    kann eine Armee auch nur Pfeifenmässig auftreten!

    Beweise für unsere durch die POLITIK
    weichgespülte Armee gibt es SATT.

    Was sind das für POLITIKER,
    die unsere Soldaten in einen Krieg
    (Afghanistan) schicken,
    und sie so ausstatten,
    als würden sie einen Landschaftsbegrünungsauftrag ausführen.

    „Bestellen unsere Soldaten aus Afghanistan
    bei Tchibo in Deutschland Nachtsichtgeräte!“

    Geht’s noch bescheuerter?

    So ist deutsche Politik!

    Deutsche Politiker und damit unsere Armee,
    ich lach mich schlapp!!!!!!!!!!!!!!

  • Na ja ... eine Fregatte kann der Handelsschiffahrt das Engagement nicht abnehmen, sich selbst um ein kleines bewaffnetes Team an Bord kümmern, welches beobachtet und Angriffe aktiv abwehrt. Etliche Handelsschiffe ergreifen sehr erfolgreich zu dieser Selbsthilfe. Desweiteren kann das Aktivkonzept durch passive Elemente wie ein Panikraum zusätzlich abgesichert werden.
    Angriffe können so abgewehrt werden und Personal ausreichend geschützt werden - auch Zeit wird gewonnen, bis zum Eintreffen einer militärischen Unterstützungseinheit. Die kann von einem Hubschrauber einer Fregatte kommen, die ein sehr großes Seegebiet überwacht.
    Nur aber auf das Engagement von Fregatten zu setzen ... ist die falsche Antwort auf Piraterie.

  • Der IRAN lässt grüssen,bzw. die USA ziehen ihren Kreis
    mit den Verbündeten immer enger.Eine Besorgnis müssen die Amerikaner was Deutschland betrifft nicht haben. 2/3
    des Bundestages sind noch lange nicht Kriegsmüde.Schon die munteren Krieger der Grünen enthalten sich nur, weil sie nicht mehr mit spielen dürfen in ihren Krieg Afghanistan.
    Ansonsten Vorwärts Marsch zu neuen Kriegsschauplätzen.

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