Antrittsbesuch in Warschau
Deutschland und Polen wollen „neues Kapitel eröffnen“

Deutschland und Polen setzen auf eine Fortsetzung und Weiterentwicklung ihrer freundschaftlichen Beziehungen. Das sagten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Polens Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz am Freitagabend nach ihrem ersten Treffen in Warschau.

HB BERLIN/WARSCHAU. Polen und Deutschland seien noch nie so eng miteinander verbunden gewesen, sagte Merkel. Dabei dürfe aber auch die Vergangenheit nicht verdrängt werden. „Wenn Vertrauen da ist, werden wir die Probleme bewältigen“, sagte Merkel am Freitag bei ihrem Antrittsbesuch in Warschau. Beide hätten den festen Willen, Streitpunkte ausräumen, sagte sie auch mit Blick auf das strittige „Zentrum gegen Vertreibungen“.

Der polnische Regierungschef zeigte sich ebenso zuversichtlich für einen Neuanfang. „Das ist ein Besuch, auf den wir gewartet haben“, versicherte er. Mit zwei neu gewählten Regierungen lasse sich „ein neues Kapitel eröffnen.“ Er habe nicht bemerkt, dass es eine anti-deutsche Stimmung im polnischen Präsidentschaftswahlkampf gegeben habe. „Man kann nichts beenden, wo es nichts gab.“ Marcinkiewicz deutete an, dass das zwischen Deutschland und Polen umstrittene Thema des Gedenkens an die Vertreibung angesprochen worden war. Die Zukunft lasse sich nur „aufbauen auf der Wahrheit über die Vergangenheit“, sagte er. Merkel sprach vor allem von der Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen, die noch intensiviert werden könnten. „Man muss die Probleme auf den Tisch legen“, sagte die Kanzlerin.

Die Bundeskanzlerin stellte Polen eine Anbindung an die geplante Gaspipeline durch die Ostsee in Aussicht. Nach ihrem Gespräch mit Marcinkiewicz in Warschau kündigte sie die Einsetzung einer deutsch-polnischen Arbeitsgruppe zu dem umstrittenden Projekt an. Diese werde auch deutlich machen, dass die Pipeline für den Zugang dritter offen stehen werde.

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