Appell an Krankenkassen
Pharma-Chef macht sich für Rabattverträge stark

Als erster Vertreter der Pharmaindustrie hat sich der Vorsitzende des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Wolfgang Plischke, grundsätzlich für die stärkere Nutzung von Rabattverträgen zwischen den Krankenkassen und einzelnen Arzneimittelherstellern ausgesprochen.

BERLIN. „Wie nicht anders zu erwarten, hat es bei den Rabattverträgen Startprobleme gegeben,“ sagte Plischke dem Handelsblatt. „Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tauglichkeit dieses Instruments, auch wenn es die Hersteller Geld kostet.“

Auf Klagen mehrerer Pharmaunternehmen hatten die Gerichte Ende Februar die Rabattverträge der Ortskrankenkassen gestoppt. Zuletzt monierte das Bundesversicherungsamt auch die Rabattpraxis einiger großer Kassen, die gezielt mit einzelnen Herstellern Rabatte für ganze Arzneimittelsortimente ausgehandelt hatten. Das seien Kinderkrankheiten, die durch transparentere Ausschreibungsverfahren überwunden werden könnten, sagte Plischke.

Rabattverträge könnten ein erster Schritt in eine neue Wettbewerbsordnung im Gesundheitswesen sein. Ziel müsse es sein, von der bisherigen zentralen Steuerung und Reglementierung wegzukommen: „Wir glauben an die Zukunft der dezentralen Steuerungsform.“ Davon sei die Gesundheitspolitik allerdings weit entfernt. So hätten die Zwangsrabatte, die die Industrie noch immer jährlich in Milliardenhöhe an die Krankenkassen abführen müssten, mit Wettbewerb nichts zu tun. Das gleiche gelte für die Festbeträge, die die Kassen „gemeinsam und einheitlich“ festlegten. Diese Erstattungshöchstpreise hätten zudem ihre Funktion angesichts des Preiswettbewerbs längst verloren.

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