Arbeiterwohnheim
IHK streitet um Flüchtlingsheim in Berlin

Ein Arbeiterwohnheim der Berliner IHK könnte zur Unterkunft für 240 Flüchtlinge werden. Doch so schnell wird daraus nichts. Ein Streit innerhalb der Kammer verzögert eine Entscheidung.
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BerlinSchnelle und unbürokratische Hilfe leisten angesichts der Notlage der Stadt im Umgang mit Flüchtlingen: das ist nicht so einfach, wie es sich der Start-up-Unternehmer Christoph Huebner vorgestellt hat. Über seinen Plan streitet sich Huebner inzwischen mit der Hauptgeschäftsführung und dem Präsidenten der Kammer, dem Chef und Eigentümer des Alba-Konzerns, Eric Schweitzer.

Huebner ist gewähltes Mitglied des obersten Beschlussgremiums der Kammer, der Vollversammlung, und hatte dort bereits im Januar angeregt, dass die IHK ihr seit den 1960er Jahren betriebenes Arbeiterwohnheim an der Charlottenburger Reichsstraße 58 dem Land Berlin als Flüchtlingsunterkunft anbietet. In dem Haus befinden sich 60 Wohngemeinschaften mit jeweils vier Zimmern, also 240 Betten.

Der Vorschlag war damals abgelehnt worden, weil die Hauptgeschäftsführung davon ausging, dass das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) nicht bereit sein dürfte, die für das Haus üblichen kurzfristigen Mietverträge mit maximal einem Monat Laufzeit zu akzeptieren.

Huebner stellte vergangene Woche eine Petition ins Internet, in der er das IHK-Präsidium erneut auffordert, das Heim für Flüchtlinge zu räumen. Der Aufruf fand bis Montagabend gut 14.300 Unterstützer. Am Nachmittag hatte Huebner einen – lange geplanten – Termin mit Schweitzer, in dem er auch über das Wohnheim diskutieren wollte. Schweitzer sagte den Termin kurzfristig ab.

Es heißt, er sah er die Vertrauensbasis gestört, als Pressevertreter die IHK auf dieses Treffen ansprachen. „Damit hat er sich ziemlich unglaubwürdig gemacht mit allem, was er zur Zeit über Flüchtlinge sagt“, sagte Huebner. Die IHK sei also nicht bereit, zu erklären, ob sie die Wohnungen – wie vom Lageso prinzipiell gefordert – auch längerfristig zur Verfügung stellen würde.

„Ich weiß nicht genau, worum es Herrn Huebner wirklich geht. Schließlich müsste er doch wissen, wie die Beschlussfassung der Vollversammlung lautet“, sagte IHK-Sprecher Leif Erichsen. Ein Beschluss, den Huebner unterstützt, sieht den Verkauf der Immobilie vor. Nur die Vollversammlung, die am 16. September tagt, könne entscheiden, ob man das Wohnheim längerfristig zur Verfügung stelle und damit einen schnellen Verkauf gefährde, sagt Erichsen.

Huebner meint, der Präsident könne das allein entscheiden. Sollte Huebner Mehrheit finden, könnte die IHK die bestehenden Mietverträge kündigen. Flüchtlinge könnten dann frühestens am 1. November einziehen. Die nötigen Anträge hat sich die IHK am Montag beim Lageso besorgt, heißt es.

Kommentare zu " Arbeiterwohnheim: IHK streitet um Flüchtlingsheim in Berlin"

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  • Warum wurde das Haus nicht unseren wohnungssuchenden Studenten zur Verfügung gestellt? Alles nur weil es keine ausländischen Islamgläubige sind?

  • Ein Aspekt gibt Fragen...Millionen von Rentnerinnen und Rentner haben jahrzehntelang gearbeitet um jetzt mit einer Rente zu leben, die nicht ausreicht um auch die hohe Mieten zu zahlen....man sagte immer KEIN GELD DA !?!?
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    Jetzt meine Frage; woher kommen jetzt plözlich die viele Milliarden für das Flüchtlingsproblem ?
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    Also hätte man doch schon früher den Rentnern helfen können endlich einmal angemessene Renten und Erhöhungen wie bei den Beamten zu zahlen !!!!


  • Fragen an die Politiker:
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    1. Wie will die Bundesregierung den 10.000.000 Arbeitslosen in Deutschland erklären, dass sie für niedrige Arbeiten nun reihenweise Leute ins Land holt, die den arbeitslosen Deutschen den Einstieg ins Berufsleben ungleich stärker verunmöglichen?
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    2. Woher kommt es, dass die Flüchtlinge 2000-8000 Euro pro Person und pro überfahrt haben? Wenn sie es nicht haben, wer bezahlt dann alles?
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    3. Warum tragen die USA. nicht die Verantwortung für die "Flüchtlinge", da die USA durch den seltsamen u. völkerrechtswidrigen Angriff auf Libyen – Gaddafi von einem Tag zum anderen Feind? – die Pforten für die Flüchtlinge geöffnet haben, während Gaddafi alle zurückgehalten hat. Von der Verantwortung der USA. ganz zu schweigen, dass sie den gesamten Mittleren Osten zerstört haben und das Ganze erst ausgelöst haben!
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    4.Wie kommt es, dass zu 95 % Männer hier ankommen? Werden in deren Heimat nur Männer verfolgt oder geht es mit den "Migranten" um möglicherweise andere Pläne?
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    5. Dass die Menschen massenweise und panisch hierherkommen wollen, muss irgendwer in den Herkunftsländern durch Propaganda erreicht haben! Wer oder was hat die Menschen dazu animiert, panisch ausreisen zu wollen?
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    Das ist alles kein Zufall !

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