Arbeitgeber dämpfen Erwartungen
DIW erwartet kräftige Erholung am Arbeitsmarkt

Das DIW gibt dieses Jahr für den Arbeitsmarkt verloren. Ab kommenden Jahr werde es aber einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosen geben. Die Arbeitgeber warnen indes vor zuviel Euphorie und verweisen auf die labile Konjunktur.

HB BERLIN. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet eine deutliche Erholung am Arbeitsmarkt. «Derzeit stabilisiert sich die Lage, und wir werden schon bald deutlich weniger Arbeitslose haben», sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann der «Welt am Sonntag» (WamS). Statistisch werde es in diesem Jahr zwar keine Besserung geben. 2005 werde die Zahl der Arbeitslosen aber um 200.000 und im darauf folgenden Jahr um 300.000 zurückgehen. Grund für die Besserung am Arbeitsmarkt seien die konjunkturelle Entwicklung und die Arbeitsmarktreformen.

Die Wirtschaft gibt sich hingegen deutlich zurückhaltender mit ihren Erwartungen für den Arbeitsmarkt. «Ich hoffe sehr, dass es im nächsten Jahr keinen weiteren Rückgang der Beschäftigung gibt und dass auch wieder neue Jobs entstehen», sagte der Chef der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, dem Berliner Sonntagsblatt.

Für dieses Jahr rechet Hundt nicht mit mehr Jobs. Die konjunkturelle Erholung hält er zudem für «labil»: «Der Hoffnungsfunke, den es derzeit in einigen Branchen gibt, ist noch nicht auf die Binnenkonjunktur übergesprungen», warnte Hundt vor zuviel Euphorie. «Wenn die Exporte zurückgehen, haben wir ernste Probleme.»

Unterdessen lag die Zahl der Arbeitslosen im September höher als in jedem September seit der Wiedervereinigung. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat um 50.000 bis 60.000 auf 4,26 Millionen gesunken, berichtet die «WamS» unter Berufung auf Arbeitsmarktexperten. Allerdings lag damit die Zahl der Arbeitslosen um 40.000 höher als im Vorjahresmonat. Rechnete man die Teilnehmer an Trainingszahlen hinzu, sei ein Septemberrekord seit 1990 erreicht. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wird die offiziellen Arbeitsmarktdaten am kommenden Dienstag in Nürnberg vorlegen.

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