Arbeitgeber sind gegen eine Lohnrunde
IG-Metall bleibt vor Tarifrunde hart

Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich werde auf Widerstand stoßen, kündigte der IG-Metall Vize Berthold Huber an kurz vor der Metall-Tarifrunde 2004 an. Für die Beschäftigten werden vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate gefordert.

HB FRANKFURT/MAIN. „Die IG Metall wird das nicht mitmachen“, sagte Huber am Donnerstagabend in Frankfurt. Jeder habe einen Anspruch, für eine Leistung auch eine Gegenleistung zu bekommen. Die Forderung der Arbeitgeber nach betrieblichen Bündnissen zur Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden auch ohne Bezahlung sei ein „billiges Abkassierargument“ und führe von Anfang an zu einer Verschärfung der Tarifrunde.

Huber warnte die Arbeitgeber davor, bei den Verhandlungen auf Differenzen in der IG Metall zu spekulieren. Die Gewerkschaft werde an dieser Stelle „einmütig und eindeutig handeln“. Es sei für Betriebe längst möglich, in Notlagen mit Hilfe der IG Metall längere Arbeitszeiten zu vereinbaren. Dafür seien keine Änderungen im Flächentarifvertrag nötig. „Die Zukunft des Industriestandorts Deutschland wird sich nicht entscheiden in der Frage der Arbeitszeit, sondern in der Frage der Qualifikation“, betonte der IG-Metall-Vize.

Die IG Metall fordert für die rund 3,5 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Frage der Laufzeit sei „kein Tabu“, sagte Huber. Die unsichere Konjunkturentwicklung spreche aber eher für eine kurze Laufzeit. Andererseits müssten 1,39 Prozent des Abschlusses für die geplante Angleichung bei der Bezahlung von Arbeitern und Angestellten (ERA) aufgebracht werden, was mit einer längeren Laufzeit leichter zu bewerkstelligen wäre. „Das wird eine der Künste, das auszutarieren“, sagte der Vize.

Die Arbeitgeber wollen keine reine Lohnrunde führen. Sie bestehen darauf, die betriebliche Arbeitszeit zum zentralen Thema zu machen. Die Verhandlungen beginnen an diesem Montag (15. Dezember) in den Tarifgebieten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin/Brandenburg, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland und Osnabrück/Emsland. Die Tarifverträge laufen Ende Dezember aus. Die Friedenspflicht endet am 28. Januar 2004. Danach darf gestreikt werden.

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