Arbeitgeber stellen sich hinter BA-Chef
Gerster löst Vertrag mit WMP

Der umstrittene Beratervertrag zwischen der Bundesanstalt für Arbeit (BA) und der Berliner Kommunikationsberatung WMP wird aufgehoben. Der Chef der Behörde, Florian Gerster, und WMP erklärten sich am Mittwoch zur vorzeitigen Beendigung der Zusammenarbeit bereit.

HB/dc BERLIN. Zugleich bekommt Gerster nun wieder Rückendeckung von der Arbeitgeberseite im BA-Verwaltungsrat. „Ich habe Herrn Gerster jetzt nichts mehr vorzuwerfen, außer dass er den Verwaltungsrat besser früher informiert hätte“, sagte Peter Clever, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und stellvertretender Vorsitzender des Kontrollgremiums, dem Handelsblatt. „Es gibt jetzt absolutes Einvernehmen darüber, dass die Einschaltung externer Beratung sinnvoll war.“ Gerster habe vor dem Verwaltungsrat auch Zweifel an der Eilbedürftigkeit der Vergabe ausgeräumt.

Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement stellte sich hinter Gerster. Der Minister habe Gerster „seine Unterstützung und Solidarität“ zugesagt, erklärte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. An der Arbeit Gersters habe Clement „nichts auszusetzen“.

Der frühere Regierungsberater und VW-Personalchef Peter Hartz dementierte Gerüchte, er stehe als Gerster-Nachfolger bereit. Aus der Nürnberger Bundesanstalt hieß es, es gebe keine Hinweise auf einen baldigen Abgang Gersters.

Gerster, der wegen des vereinbarten Honorars für WMP von 1,3 Mill. Euro heftig kritisiert worden war, sah sich neuen Vorwürfen ausgesetzt: Nach einem Zeitungsbericht überprüft der Bundesrechnungshof die Aufstockung des Spesenetats für den BA-Vorstand.

Bei WMP hieß es, man sei zur Beendigung des Vertragsverhältnisses bereit, „damit der Bundesanstalt in dieser schwierigen Situation ihre volle Handlungsfähigkeit erhalten bleibt“. WMP-Vorstand Bernd Schiphorst hatte zuvor seinen Rückzug von dem Vertrag angedeutet.

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