Arbeitgeber und Gewerkschaft
Fronten vor Arbeitskampf sind verhärtet

Die Fronten sind verhärtet: Kurz vor Beginn des Arbeitskampfes im öffentlichen Dienst am Montag haben sich die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaft Verdi noch einmal gegenseitig scharf kritisiert. Willkür auf der einen, Einseitigkeit auf der anderen Seite – so lauten die Vorwürfe.

HB HANNOVER/BERLIN. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), bezeichnete den zunächst für Baden- Württemberg angekündigten Streik als „willkürlich“. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, warf der Arbeitgeberseite am Samstag im RBB-Inforadio wiederum vor, einseitig Arbeitsbedingungen diktieren zu wollen.

Möllring sagte der „Welt am Sonntag“: „Die Beschäftigten wollen einen sicheren Arbeitsplatz. Den haben sie.“ Gewerkschaftsvorwürfe, die von den Arbeitgebern verlangte Verlängerung der Arbeitszeit gefährde Arbeitsplätze, wies er zurück: „Es geht um eine Service- Erweiterung und um Kostendämpfung, nicht um Job-Abbau.“

Bsirske sagte dagegen, „Hier wird im Grunde versucht, Zug um Zug die Strukturen zu verändern, die Arbeitszeitzeit zu verlängern und die Lohnkosten zu senken.“ Dies werde hunderttausende Arbeitsplätze kosten. „Wenn es gelingt, im öffentlichen Dienst die Arbeitszeiten zu verlängern, dann wird Arbeitszeitverlängerung für viele andere Branchen auf die Tagesordnung gesetzt werden und es wird die Arbeitslosigkeit weiter in die Höhe getrieben“, warnte Bsirske.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, warnte indes vor einer Radikalisierung sozialer Auseinandersetzungen: „Die Menschen sind nicht mehr bereit, Lohnkürzungen, Arbeitszeitverlängerungen und Gewinnmaximierung hinzunehmen. Sie sind nicht mehr bereit, für fragwürdige Renditeziele alles über sich ergehen zu lassen“, sagte er der „Berliner Zeitung“ auch mit Blick auf die geplante Schließung des Nürnberger AEG-Werkes.

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