Arbeitgeber und Gewerkschaften verwalten Fonds gemeinsam
In Dänemarkt ist Ausbildungsplatzabgabe ein voller Erfolg

26 Jahre nach der Einführung der Ausbildungsplatzabgabe in Dänemark zeigt sich sogar der Arbeitgeberverband DA rundum zufrieden. Auch für die deutsche Debatte haben die erfahrenen Dänen einen guten Ratschlag parat.

HB KOPENHAGEN. „Ein gut funktionierendes System, über das es bei uns praktisch keine Kontroversen gibt“, sagt die zuständige DA-Sprecherin Louise Pihl in Kopenhagen. Die Abgabe helfe vor allem den intensiver ausbildenden Kleinbetrieben auf Kosten größerer Unternehmen, die in der Regel weniger ausbilden. Da letztere neuerdings aber auch Mittel aus dem Abgabenfonds für die außerbetriebliche Weiterbildung erwachsener Mitarbeiter bekommen können, seien eigentlich alle mit der „prima Ausgewogenheit“ zufrieden.

370 Kronen (50 Euro) muss derzeit jeder Arbeitgeber in Dänemark pro Quartal und Beschäftigtem in einen Fonds mit dem bürokratisch-hässlichen Namen „Schülerrückerstattung der Arbeitgeber“ (AER) einzahlen. An ausbildende Unternehmen fließt daraus der volle Lohnersatz für die Tage zurück, in der Auszubildende auf der Berufsschule und damit nicht produktiv im Betrieb tätig sind. Im letzten Jahr wurden so 1,7 Milliarden Kronen für 83 000 Auszubildende in 24 500 Betriebe überwiesen.

Ohne größere Probleme betreiben Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam die Verwaltung des AER-Fonds. Pragmatisch orientiert wurden so die eigenen Aufgaben in den letzten Jahren schrittweise ausgeweitet. Etwa durch Finanzierung „mobilitätsfördernder Maßnahmen“, bei denen der Fonds im letzten Jahr 1 300 Betriebspraktika im Ausland finanzierte, davon ein Drittel in Deutschland. Als die Arbeitgeberseite murrte, die Kostenerstattungen für Auszubildende an Berufsschulen, aber ohne betrieblichen Lehrplatz seien zu hoch, übernahm der Staat Anfang dieses Jahres die Ausgabeposten vom Fonds.

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