Arbeitgeber unterstreichen Forderung nach Erhöhung der Wochenarbeitszeit: Harte Fronten in NRW-Tarifverhandlungen

Arbeitgeber unterstreichen Forderung nach Erhöhung der Wochenarbeitszeit
Harte Fronten in NRW-Tarifverhandlungen

Auch in Nordrhein-Westfalen sind in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie die Fronten hart geblieben. Die Parteien haben sich nun vertagt.

HB BERLIN. Auch in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat es keine Annäherung bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gegeben. Die Tarifparteien hätten sich auf den 2. Februar vertagt, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Freitag in Düsseldorf.

Am Donnerstag hatten auch die Verhandlungen in den Gewerkschaftsbezirken Sachsen und Baden-Württemberg keinen möglichen Kompromiss erkennen lassen. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall unterstrich indes noch einmal seine Forderung nach einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne vollen Lohnausgleich.

Wie in den anderen Bezirken auch stehen sich die Tarifparteien in Nordrhein-Westfalen mit starren Positionen gegenüber. Die Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 750 000 Beschäftigten der Branche. Die Arbeitgeber legten bislang kein Angebot vor. Sie fordern stattdessen eine betriebliche Option zur Ausweitung der Arbeitszeit auf 40 Stunden. Die IG Metall rechnet in einem solchen Fall mit bis zu 45 000 Entlassungen.

Die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche würde den Arbeitsmarkt in der Metallwirtschaft auf Dauer «zubetonieren», sagte der Landesbezirksleiter der IG Metall, Peter Gasse. Von den Arbeitnehmern fordert die Gewerkschaft nun zum nächsten Treffen, das ebenfalls in Düsseldorf stattfindet, ein konkretes Angebot. Am 28. Januar endet die Friedenspflicht. Warnstreiks sind dann nicht mehr ausgeschlossen.

Der nordrhein-westfälische Verband der Metall- und Elektro-Industrie erklärte, ohne eine Einigung auf einen Arbeitszeitkorridor zwischen 35 und 40 Stunden sähen sich die Arbeitgeber «nicht in der Lage, einen neuen Tarifvertrag über Lohn und Gehalt zu vereinbaren». Ein solches Abkommen sie notwendig, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, erklärte der Präsident des Landesverbands, Michael Jäger.

Auch Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Werner Busch unterstrich noch einmal die Forderung nach einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit. Der internationale Wettbewerb werde härter, sagte Busch im WDR. Die Flächentarifverträge müssten deshalb flexibler gestaltet werden. In Einzelfällen müssten dabei auch längere Arbeitszeiten ohne vollen Lohnausgleich möglich werden. Wichtig sei das für Betriebe, denen es wirtschaftlich nicht gut gehe, fügte Busch hinzu.

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