Arbeitgeberchef Kramer: „Zuwanderung führt zu Wohlstand für alle“

Arbeitgeberchef Kramer
„Zuwanderung führt zu Wohlstand für alle“

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fordert eine Willkommenskultur für Zuwanderer und spricht sich für eine gezielte Einwanderungspolitik aus – das führe zu mehr wirtschaftlicher Dynamik und letztlich zu Wohlstand für alle.
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BerlinIn der aktuellen Debatte um eine angeblich drohende Armutszuwanderung aus Bulgarien und Rumänien hat der neue Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, der Politik das Fehlen einer echten Willkommenskultur vorgeworfen. „Wir brauchen einen Kulturwandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, damit sich dringend benötigte Fachkräfte für ein Leben und Arbeiten in Deutschland entscheiden und Zuwanderer wirklich willkommen fühlen. Hier besteht trotz erster Erfolge weiterhin Handlungsbedarf“, sagte Kramer in einem Interview mit dem Handelsblatt.

Zugleich sprach er sich für eine gezielte Einwanderungspolitik aus. „Gezielte Zuwanderung führt zu mehr wirtschaftlicher Dynamik und damit zu mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und Wohlstand für alle“, betonte er. Für den Wohlstand Deutschlands sei es mit Blick auf die demografische Entwicklung entscheidend, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und in Deutschland zu halten.


Nötig sei eine „Gesamtstrategie, mit deren Hilfe Frauen, Älteren und Arbeitslosen im Inland ein noch besserer Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht und gleichzeitig um qualifizierte Zuwanderer geworben wird“, sagte Kramer weiter.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wies darauf hin, dass jeder zweite Neuzuwanderer aus Bulgarien und Rumänien über eine gute Qualifikation verfügt. „Sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Zahl der Kindergeldempfänger unter den Bulgaren und Rumänen liegt unter dem deutschen Bevölkerungsdurchschnitt“, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt der „Rheinischen Post“.

Ein Teil der Zuwanderer sei in Mangelberufen tätig, zum Beispiel als Krankenschwestern oder als IT-Experte. Dagegen sehe er „nur punktuell Anzeichen für eine Armutszuwanderung“.

Das Dossier zum Thema „Ausländer rein!“ finden Sie zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

Kommentare zu " Arbeitgeberchef Kramer: „Zuwanderung führt zu Wohlstand für alle“"

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  • @ Uli

    Zitat : Und zu guter Letzt: Warum tut dieser Staat absolut nichts dafür, um zunächst ältere deutsche Männer und Frauen zu qualifizieren und in Arbeit zu bringen, bevor man nach ausländischen Kräften schreit? Das ist doch der Skandal. Die beläßt man in Hartz IV statt ihnen Ihre Würde zu geben !

    - und was glauben Sie, wie viele 45+ Menschen bei uns keinen Anschluß in der Arbeitswelt mehr finden,
    KEINEN ANSPRUCH auf Hartz 4 haben wegen ihrer Vermögensverhältnisse, die sie rein ihrem Lebensfleiß zu verdanken haben ( Haus, Auto, Boot ) und das alles jetzt gezwungen sind zu verwerten ?

    Wie viele hochgebildete Absolventen Jahrelange Runden in unentgeltlichen Praktikas drehen müssen und anschliessend durch Zeitfirmen ausgebeutet werden ?

    Diese Dampfplauderer hat jeglichen Bezug zu Realität verloren !

  • @ Ivan

    Zitat : Wenn die Arbeitgeber mehr ausländische Arbeitskräfte wollen, sollen sie diese auf eigene Kosten in den Herkunftsländern anwerben, dort ausbilden, dort fit für den hiesigen Aufenthalt machen und hier sichere Arbeitsplätze garantieren, sofern diese nicht mit Deutschen besetzt werden können.

    - die Arbeitgeber praktizieren doch schon seit langem diese Praxis.

    Es werden Tochterfirmen in den jeweiligen Billiglohnländern gegründet ( teils mit Gehältern für Ings bei 150 € / Monat ) und die Fachkräfte nach Bedarf für das gleiche Entlohnungs-Geld nach Deutschland transferiert ( deklariert als Dienstreisen, Qualifizierungsmaßnahmen, Schulungen , etc. ) !

    Allerdings könnten diese Tätigkeiten " WOHL IMMER " auch durch Deutsches Stammpersonal erledigt werden.....zu ganz anderen Entlohnungssätzen !

    Das ist der Widerspruch in Ihrem Zitat.

    Den Arbeitgebern geht es ganz einfach um Lohnsklaven mit Fachausbildung !


  • Solche Arbeitgeberpräsidenten haben uns gerade noch gefehlt.
    Was raucht der gute Mann eigentlich ?
    Wer hier arbeitet braucht kein Alg 2.Wer nicht arbeitet den braucht hier niemand,auch Hr.Kramer nicht.

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