Arbeitgeberpräsident
Hundt attackiert Schwarz-Gelb

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat eine vernichtende Zwischenbilanz der schwarz-gelben Bundesregierung gezogen. Hundt macht Schwarz-Gelb schwere Vorwürfe und übt starke Kritik an den jüngsten Koalitionsbeschlüssen.
  • 16

BerlinArbeitgeberpräsident Dieter Hundt macht der schwarz-gelben Bundesregierung schwere Vorwürfe. "Meine Hoffnung war, dass die Koalition die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Arbeit weiter verbessert", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Mittwochsausgabe). Doch Union und FDP hätten manche vernünftige Reformen der Vorgängerregierungen "sogar verwässert und zurückgedreht". Viele Erwartungen der Wirtschaft seien enttäuscht worden.

Als Beispiele nannte Hundt die Felder Energie und Soziales. "Die Energiewende ist überstürzt erfolgt und wird uns noch schwer zu schaffen machen", sagte er. In der Sozialpolitik zeigte er sich auch von den jüngsten Koalitionsbeschlüssen enttäuscht, vor allem von der Abschaffung der Praxisgebühr. Der FDP, die sich vehement dafür eingesetzt hatte, warf er indirekt Klientelpolitik vor. Die Abschaffung der Praxisgebühr sei im Interesse einer einzigen Berufsgruppe in Deutschland, der Ärzte.

Auch das Betreuungsgeld gehe in die falsche Richtung. Wer den Staatshaushalt sanieren wolle, dürfe nicht neue Sozialleistungen beschließen. Hundt zweifelte das Vorhaben der Koalition an, 2014 ohne strukturelle Neuverschuldung auszukommen. "Glaubwürdig wäre das Bekenntnis der Koalition zur Konsolidierung der Staatsfinanzen und zum Schuldenabbau nur, wenn nicht gleichzeitig neue staatliche Leistungen erfunden würden", sagte der Arbeitgeberpräsident.

Die Spitzen der Regierungskoalition hatten in der Nacht zum Montag bei mehreren, seit langem umstrittenen Themen eine Einigung erzielt. Unter anderem beschlossen sie die Einführung des vor allem von der CSU geforderten Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita geben, sowie die Abschaffung der Praxisgebühr.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Arbeitgeberpräsident: Hundt attackiert Schwarz-Gelb"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Industrie hat in den letzten Jahren recht gut verdient,
    auch dank Leih-und Zeitarbeit, Praktikanten, ungenügende
    Ausbildung von Lehrlingen, keine Mindestlöhne, günstige Energiekosten.Zum Teil ist sie trotzdem abgewandert ins Ausland, wo es noch günstiger ging. Von der schwarz-gelben Regierung hat die Industrie vor allem Vorteile erfahren.
    Aber klappern gehört zum Handwerk, gell Herr Hundt, Herr Kannegießer etc. Jetzt sollen Haushalte für die Industrie die höheren Stromkosten übernehmen,wo doch bei uns Löhne und Gehälter seit 10 Jahren praktisch gleich geblieben sind, nur die Preise sind gestiegen und um mehr, als das stat. Bundesamt politisch veröffentlicht.

  • Also ich bin kein Anhänger von Hunddt, aber hier hat er Recht.
    Man hätte besser die Krankenkassen-Beiträge etwas senken sollen, da hätten alle was von gehabt, sogar die Arbeitgeber.
    Denn was die Praxisgebühr betrifft, also im Grunde genommen 3,33 €/Monat, bekommt man die zurück von der Kasse wenn die Gesamtkosten der Zuzahlungen also auch Rp-Gebühren 2% des Bruttoeinkommens im Jahr übersteigen, bei Chronikern 1%
    Und dass diese Herdprämie das Blödeste ist, was es je in diesem Land gab, darüber besteht ja wohl kein Zweifel

  • Monika
    gut und schön was Sie schreibe.
    ABer unter Rot-Grün geht unser Lasd noch schneller pleiote. Oder aber sie machen eine neue Agenda 2010 und die Leute und zwar alle, müssen für noch weniger Lohn arbeiten als teilweise jetzt schon.
    Und vergessen Sie eines nicht, mit den Grünen wird usner Land noch schneller islamisch als ejtzt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%