Arbeitgeberpräsident Hundt attackiert Schwarz-Gelb

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat eine vernichtende Zwischenbilanz der schwarz-gelben Bundesregierung gezogen. Hundt macht Schwarz-Gelb schwere Vorwürfe und übt starke Kritik an den jüngsten Koalitionsbeschlüssen.
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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Quelle: dapd

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

(Foto: dapd)

BerlinArbeitgeberpräsident Dieter Hundt macht der schwarz-gelben Bundesregierung schwere Vorwürfe. "Meine Hoffnung war, dass die Koalition die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Arbeit weiter verbessert", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Mittwochsausgabe). Doch Union und FDP hätten manche vernünftige Reformen der Vorgängerregierungen "sogar verwässert und zurückgedreht". Viele Erwartungen der Wirtschaft seien enttäuscht worden.

Als Beispiele nannte Hundt die Felder Energie und Soziales. "Die Energiewende ist überstürzt erfolgt und wird uns noch schwer zu schaffen machen", sagte er. In der Sozialpolitik zeigte er sich auch von den jüngsten Koalitionsbeschlüssen enttäuscht, vor allem von der Abschaffung der Praxisgebühr. Der FDP, die sich vehement dafür eingesetzt hatte, warf er indirekt Klientelpolitik vor. Die Abschaffung der Praxisgebühr sei im Interesse einer einzigen Berufsgruppe in Deutschland, der Ärzte.

Auch das Betreuungsgeld gehe in die falsche Richtung. Wer den Staatshaushalt sanieren wolle, dürfe nicht neue Sozialleistungen beschließen. Hundt zweifelte das Vorhaben der Koalition an, 2014 ohne strukturelle Neuverschuldung auszukommen. "Glaubwürdig wäre das Bekenntnis der Koalition zur Konsolidierung der Staatsfinanzen und zum Schuldenabbau nur, wenn nicht gleichzeitig neue staatliche Leistungen erfunden würden", sagte der Arbeitgeberpräsident.

Die Spitzen der Regierungskoalition hatten in der Nacht zum Montag bei mehreren, seit langem umstrittenen Themen eine Einigung erzielt. Unter anderem beschlossen sie die Einführung des vor allem von der CSU geforderten Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita geben, sowie die Abschaffung der Praxisgebühr.

  • dapd
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16 Kommentare zu "Arbeitgeberpräsident: Hundt attackiert Schwarz-Gelb"

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  • Die Industrie hat in den letzten Jahren recht gut verdient,
    auch dank Leih-und Zeitarbeit, Praktikanten, ungenügende
    Ausbildung von Lehrlingen, keine Mindestlöhne, günstige Energiekosten.Zum Teil ist sie trotzdem abgewandert ins Ausland, wo es noch günstiger ging. Von der schwarz-gelben Regierung hat die Industrie vor allem Vorteile erfahren.
    Aber klappern gehört zum Handwerk, gell Herr Hundt, Herr Kannegießer etc. Jetzt sollen Haushalte für die Industrie die höheren Stromkosten übernehmen,wo doch bei uns Löhne und Gehälter seit 10 Jahren praktisch gleich geblieben sind, nur die Preise sind gestiegen und um mehr, als das stat. Bundesamt politisch veröffentlicht.

  • Also ich bin kein Anhänger von Hunddt, aber hier hat er Recht.
    Man hätte besser die Krankenkassen-Beiträge etwas senken sollen, da hätten alle was von gehabt, sogar die Arbeitgeber.
    Denn was die Praxisgebühr betrifft, also im Grunde genommen 3,33 €/Monat, bekommt man die zurück von der Kasse wenn die Gesamtkosten der Zuzahlungen also auch Rp-Gebühren 2% des Bruttoeinkommens im Jahr übersteigen, bei Chronikern 1%
    Und dass diese Herdprämie das Blödeste ist, was es je in diesem Land gab, darüber besteht ja wohl kein Zweifel

  • Monika
    gut und schön was Sie schreibe.
    ABer unter Rot-Grün geht unser Lasd noch schneller pleiote. Oder aber sie machen eine neue Agenda 2010 und die Leute und zwar alle, müssen für noch weniger Lohn arbeiten als teilweise jetzt schon.
    Und vergessen Sie eines nicht, mit den Grünen wird usner Land noch schneller islamisch als ejtzt

  • @Monika,
    +++Und das die FDP mal wieder eine Klientel, nämlich die Ärzte, bedient, war ohnehin zu erwarten.+++

    Als die MWSt. auf 7% für Hotels abgesenkt wurde hörte ich nichts von nur einer Klientel, das hing wohl damit zusammen das der Normale Bürger absolut nicht davon hatte. Bei der Praxisgebühr haben auch die Bürger einen kleinen Vorteil und das passt Herrn Hundt überhaupt nicht er hätte lieber gesehen, dass der Beitragssatz abgesenkt wird davon hätten alle Unternehmer profitiert, auch würde mich mal interesieren was Herr Hundt gesagt hätte wenn nur der Eigenbeitrag aller Versicherten um 0,3% abgesenk würde.

  • @ hanspella – Milliardaere lieben den Politfilz des Interventionismus von Awrackpraemien, Solarfoerderung, Eurorettung, Konjunkturprogrammen. Sie fuerchten die Marktwirtschaft, denn dort koennen sie pleite gehen. Fragen Sie mal Anton Schlecker. Um ein Haar haette die schwarz-gelbe Koalition auch ihn gerettet.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Obwohl ich Hundt nicht leiden kann ... hier hat er Recht.
    Exorbitante Sozialkosten schüren den Hochqualifizierten u. Leistungsträgern die Luft ab.
    In D kannst du ohne jemals gearbeitet zu haben in Rente gehen ... da wird dann immer noch für diese Parasiten gesorgt. D ist ein Wohlfahrtsstaat! Arbeitsverweigerern das Hartz weg u. hungern lassen.

  • Wenn es nach Herrn Hundt ginge, würde in Deutschland
    wieder der "Manchester-Kapitalismus" aus Old-England wieder
    fröhliche Ureinständ feiern.
    Wir haben bereits 500 Bürger die mehr als 500 Milliarden besitzen. Offensichtlich viel zu wenig?

  • Na, wenn die Schwarzen jetzt die Schwarzen beschimpfen und sich gegenseitig den Rücken zukehren, dann wird es wohl wirklich dunkel werden in Germaniens Wäldern. Und rot-grüne Sträucher, statt Bäume, wären die Alternative.

  • Auch HUNDT wird klar, dass die HERDPRÄMIE der CSU mit der PLÜNDERUNG der Gewinne der KfW gegenfinanziert werden muss.

    Und das die FDP mal wieder eine Klientel, nämlich die Ärzte, bedient, war ohnehin zu erwarten.

    Wenn CSU und FDP mitregieren wollen, dann bedeutet das nichts Gutes für den Bundesbürger und Deutschland.

    Leistung wird sich erst wieder lohnen, wenn CSU und FDP aus der Regierungsverantwortung sind. Dann braucht ein DOBRINDT auch nicht mehr süffisant in die Kameras grinsen und von einer 8 Stunden Sitzung schwätzen, auf der NICHTS substantielles herausgekommen ist. Wenigstens hat DOBRINDT und somit der CSU eine Sendeminute mit Fernsehen erhalten. Dies ist ja auch ein Ziel der CSU! Leider wird in der CSU verkannt, dass niemand mehr das selbstgefällige Geschwätz aus Bayern von SEEHOFER, DOBRINDT und SÖDER hören möchte.

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